Chuck Ragan - Covering ground

Chuck Ragan- Covering ground

SideOneDummy / Cargo
VÖ: 16.09.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Chefsache

Hemmoor, New Jersey, Gainesville. Während es Thees Uhlmann als deutscher Springsteen-Verschnitt in Radios und Charts schaffte und es um den eigentlichen Boss etwas stiller geworden ist, schaut der Geistesverwandte Chuck Ragan mit seiner Gitarre vorbei und lässt zwischen Flanellhemden, Jeans- und Lederjacken aufhorchen. Wer sich also angesprochen fühlt, darf gefahrenlos zugreifen und eine kurzweilige Dreiviertelstunde mit Hot Water Musics Frontmann verbringen.

Dass man das auch schon ganz gediegen mit seinen beiden früheren Soloausflügen "Feast or famine" und "Gold country" konnte, steht ebenso wenig zur Debatte, wie die Tatsache, dass auch Album Nummer drei den eingeschlagenen Pfaden folgt. Und doch ist diesmal alles ein wenig persönlicher und intensiver auf der einen, knackiger und frischer auf der anderen Seite. Wie Ragan das schafft? "But I followed the trail / Let my instinct work", lässt er uns wissen. Und genau das macht ihn aus. Er erzählt seine kleinen Geschichten zwischen Leben, Liebeskummer und Lagerfeuer, ohne dabei auch nur einen Funken an Authentizität zu verlieren. "Catch one drop of a tear / In the palm of my hand / Pour the rest out in front / To the ground I couldn't stand", heißt es weiter. Ja, warum denn auch nicht? Schöne Songs wollen gespielt, Gefühlswelten erlebt und Pathos gepflegt werden.

Neben der unverkennbaren Reibeisenstimme bleiben diesmal vor allem auch die Streicheinheiten im Ohr. Sei es beim melancholischen Opener "Nothing left to prove" oder dem folkig-flockig vorgetragenen "Nomad by fate" oder dem mit einem "Can't help falling in love with you"-Zitat versehenen "Wish on the moon": Eine Fidel ist immer dabei. Noch kräftiger darf sogar beim gefühlvollen "Come around" in die Kontrabasssaiten gegriffen werden. Angereichert mit der unverzichtbaren Mundharmonika, ein paar guten Melodien, jeder Menge Herzblut und Backgroundunterstützung, die im Falle von "Meet me in the middle" von Brian Fallon (The Gaslight Anthem) kommt, hält Ragan zwar nicht durchweg das starke Niveau der Highlights. Er macht aber einen einfach guten Job. Das wird man auch an der Nordsee- und Ostküste anerkennen.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Wish on the moon
  • Come around
  • Meet you in the middle

Tracklist

  1. Nothing left to prove
  2. Nomad by fate
  3. You get what you give
  4. Wish on the moon
  5. Come around
  6. Seems we're ok
  7. Valentine
  8. Right as rain
  9. Meet you in the middle
  10. Lost and found

Gesamtspielzeit: 45:17 min.

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