KMFDM - Attak

KMFDM- Attak

Metropolis / EFA
VÖ: 18.02.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Vor die Wand

Überbordende Kreativität kann einer Band wie Rammstein wohl niemand vorwerfen. Auch wenn sie mittlerweile überall auf dem Globus Arenen füllen, ist ihr Markenzeichen, der teutonisch stampfende Electrometal-Sound, keineswegs auf ihrem Mist gewachsen. Jahre vorher schon frästen sich Acts wie Skinny Puppy, Atari Teenage Riot oder KMFDM durch die Lautsprecher. Während Alec Empire den anarchischen Noise-Terroristen gab, liebäugelten Sascha Konietzkos KMFDM ähnlich wie die Slowenen von Laibach mit sozialistischer Comic-Symbolik. Vor allem in der aufstrebenden Industrialszene der Staaten konnten sie damit für Aufsehen sorgen und siedelten schließlich von Hamburg nach Chicago über.

Mit metallischen Märschen und statischen Entladungen kommt nun auch "Attak" über uns. Schon der von Bill Rieflin (Ministry) mitbetreute Opener "Attak/Reload" grummelt über einem hektischen Breakbeat. Zu sägenden Gitarren, flirrender Elektronik und Konietzkos heiserer Kehle gesellt sich mit Lucia Cifarelellis wandlungsfähiger Stimme eine willkommene Auflockerung. Mit den satten Beats und gelungenen Hooklines in "Superhero" und "Urban monkey warfare", bei dem ein C-64 munter vor sich her fiept, gelingt tatsächlich auch so etwas ähnliches wie Pop. In "Save me" näselt sich gar eine schickliche Melodie durch den kalten Krupp-Stahl.

Zwar ist der Groove der Band noch immer ein wenig hüftsteif, aber darin wenigstens erbarmungslos. Doch bei allen lichten Momenten hat das elfte Album der Band auch reichlich Schatten im Angebot. Zu offensichtlich bedienen KMFDM sich bei der eigenen Vergangenheit. Zu vorhersehbar ist oftmals der Tunnelblick, mit dem sie durch die Arrangements stampfen. Das stumpfsinnig davon preschende "Sturm & Drang" suhlt sich zu allem Übel auch noch in Wittschem Bombast. Wenn die Rückkehr nach der zwischenzeitlichen Bandauflösung einen neuen Angriff darstellen soll, hätte man Konietzkos Mannen vielleicht stecken sollen, daß Angriffsschema F schon seit längerem keine sonderliche Durchschlagskraft mehr hat. Diese Attacke jedenfalls kracht geradewegs an die Wand.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Urban monkey warfare
  • Save me
  • Superhero

Tracklist

  1. Attak/Reload
  2. Skurk
  3. Dirty
  4. Urban monkey warfare
  5. Save me
  6. Yohoho
  7. Superhero
  8. Sturm & Drang
  9. Preach/Pervert
  10. Risen
  11. Sleep

Gesamtspielzeit: 50:30 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Frage
2013-05-01 12:54:58 Uhr
Ist das hier der älteste noch existierende Thread im PT-Form? Einen älteren konnte ich zumindest nicht finden.
SmileySim
2002-02-27 15:01:50 Uhr
Kennst du deren zweite Platte "Life In The So-Called Space Age"? Das ist definitiv kein Electro-Metal. No Sir.
Stretchlimo
2002-02-26 10:16:56 Uhr
Wenn die gleichen God Lives Underwater gemeint sind, wie ich sie kenne, paßt das durchaus.
SmileySim
2002-02-25 19:45:41 Uhr
Will ja gar nichts gegen KMFDM selber sagen. Nur God Lives Underwater als Referenz zu einer Electro-Metal Band? Bidde noch mal nachhören...
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