Jenix - Kill the silence

Jenix- Kill the silence

Jnx / Rough Trade
VÖ: 15.07.2011

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Schlechter Umgang

Wer zu Zynismus neigt und eine Rezension über Jenix schreiben will, müsste sich dazu nicht einmal das Debütalbum der Nachwuchsrocker anhören. Denn schon minimale Recherche reicht, um dem Quartett aus Zittau eine enge Verbandelung mit Silbermond nachzuweisen, jenem Musik gewordenen Trockensumpf deutschsprachiger Pop-Spießigkeit. Autsch. Aber wir wollen ja nicht vorschnell urteilen. Jedem Plattentests-Redakteur wird schon in der Erstschulung eine objektive Herangehensweise mit dem Rohrstock eingepaukt, also erhalten Jenix trotz dieser bedenklichen Verbindung von uns eine faire Chance. Besser macht das die Sache aber nicht.

Denn auch wenn "Kill the silence" beileibe nicht so mies ist wie das, was Silbermond zuletzt auf die Menschheit losließen – über gute Ansätze kommt das Debütalbum der Band um Sängerin Jenny Böttcher nie hinaus. Der Opener "Catch fire" ist einer von diesen guten Ansätzen. Überraschend forsch und fast schon inspiriert rockt der Song nach vorne und erweist sich als so ansteckend, dass die ausgelutschte Akkordstruktur kaum stört. Doch diese Intensität erreichen Jenix auf dem Album danach nicht mehr. Schon die nachfolgende Single "Here we go again" ist harmloser Poprock von der Stange, der so auch von tausend anderen Bands stammen könnte. Nicht wirklich schlimm, aber auch weit von Großartigkeit entfernt. Halt einfach nur da.

In dieser gnadenlosen Mittelmäßigkeit verharrt "Kill the silence" bis zum Abpfiff. Mal gibt es Ausreißer nach unten, meistens wenn die Band versucht, sich kritisch zu positionieren. "We've got the right" scheitert mit zahnloser Gesellschaftskritik, das selbe gilt für die Showbiz-Polemik "Covergirl". Dann aber schaffen Jenix auch wieder vereinzelte Höhepunkte, etwa die nette Powerballade "Picture". Doch die meisten Lieder flutschen links rein und ohne Umwege rechts wieder heraus. Sie sind so egal, dass es fast schon wieder nervt. Immerhin kann man der Band zugute halten, dass sie weniger anbiedernd klingt als die Kumpels vom Silbermond. Doch etwas besser als die Schlechtesten zu sein, wird auf Dauer nicht reichen, um in Erinnerung zu bleiben. Dafür braucht es auch mehr als gute Ansätze. Besserer Umgang könnte helfen.

(Mark Read)

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Highlights

  • Catch fire
  • Picture

Tracklist

  1. Catch fire
  2. Here we go again
  3. Almond tree
  4. Castle in the air
  5. Picture
  6. Kill the silence
  7. We've got the right
  8. Covergirl
  9. For you and for me
  10. I'm on my way
  11. Soulmate
  12. Break down
  13. Moon

Gesamtspielzeit: 49:06 min.