Theory Of A Deadman - The truth is ...

Theory Of A Deadman- The truth is ...

Roadrunner / Warner
VÖ: 22.07.2011

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 2/10

Eierstich

Der beißende Geruch von Männerschweiß liegt in der schwülen Luft, der Whisky hat Zimmertemperatur, und der Kautabak schmeckt beschissen. Ein Deckenventilator brummt wie fünf Mähdrescher, doch an der Temperatur in dieser Mistbude ändert das natürlich nichts. Neben Dir an der Bar sitzt Tyler Connolly, einer der letzten großen Poeten des Rock, und erzählt Dir Geschichten von Frauen, Frauen und außerdem von Frauen. Wie sie Dir zu Füßen liegen, Dir ins Gesicht spucken, Dich verlassen und dann wiederkommen, Dich anflehen und rumflennen. Echte Männergeschichten eben.

Das mit dem Verlassenwerden und dem Liebeskummer passiert Connolly wohl häufiger. Mit allem Drum und Dran. Folglich gründete er zur Frustaufbereitung eine Band und rechnet seitdem ab. Und da es sich bei Theory Of A Deadman um echte Männer handelt, spielen sie natürlich diese pumpende, röchelnde Art von Hardrock. Oder wie man das sonst nennen möchte. Jedenfalls genau das Gegenteil von dem, was diese schrulligen Waldschrat-Folkies so machen. Theory Of A Deadman haben dicke Eier und machen keinen Hehl daraus.

Wieso diese patzigen Zeilen, mag man sich nun fragen? Nun, schon die ersten beiden Songs "Lowlife" und "Bitch came back" sind biergetränkter Schunkelrock irgendwo zwischen immergleichen Nickelback-Schablonen und fragwürdigem Kid-Rock-Gestus. Und auf dem Rest von "The truth is ..." knödeln sich Theory Of A Deadman durch kraftmeiernde Hardrock-Stücke, sensible Akustik-Nümmerchen und standardisiertes Futter für das Alternative-Radio. "Hurricane" dagegen wird von bedeutungsschwangeren Streichern eingeläutet und ist mit seinem 08/15-Refrain für die Männerfernsehen-Doku über Tattoo-Messen oder gefährliche Motorrad-Trips prädestiniert.

Mit dem maximal öden "Love is hell" sagen Theory Of A Deadman der Liebe dann endgültig ab. Die taugt ja ohnehin nichts: "Raise your hands / Let me hear you yell / Love is hell, love is hell." Da sitzt der Stachel wohl tief. Der Titeltrack blödelt mit einer Ukulele herum, und auch textlich ist der Song eher stumpfsinnig und hölzern. Als kleiner Lichtblick erweist sich "Head above water", das innerhalb des eng gesteckten Rahmens recht gut funktioniert. Ansonsten überwiegen auf "The truth is ..." die kraftstrotzenden Hau-Drauf-Nummern, flankiert von unreflektiertem Macho-Gehabe. Wenn jemand wie Connolly also verschlissen und betrunken neben Dir an einer Bar sitzt, dann solltest Du schleunigst austrinken und gehen. Sein Gejammer ist nämlich kaum zu ertragen.

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Head above water

Tracklist

  1. Lowlife
  2. Bitch came back
  3. Hurricane
  4. Out of my head
  5. Gentleman
  6. Love is hell
  7. The truth is... (I lied about everything)
  8. Head above water
  9. Drag me to hell
  10. What was I thinking
  11. Easy to love you
  12. We were men

Gesamtspielzeit: 46:05 min.

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