Enter Shikari - Live From Planet Earth, Bootleg Series - Vol. 3

Enter Shikari- Live From Planet Earth, Bootleg Series - Vol. 3

Ambush Reality / PIAS / Rough Trade
VÖ: 22.07.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Zappelphilipps

Es gibt Momente, in denen die Welt - zumindest in Abschnitten - stillzustehen scheint. So auch kurz vor Weihnachten 2010 rund um die englische Hauptstadt. Ursache hierfür war jedoch weder kollektive festtägliche Besinnung noch eine blaublütige Traumhochzeit - sondern schlicht und ergreifend der schnöde Mammon, der in Form von Streiks für Stillstand im öffentlichen Verkehrswesen sorgte. So konnten sich Enter Shikari mehr als glücklich schätzen, ihren Weihnachtsgig in Hatfield nicht vor leeren Zuschauerreihen absolvieren zu müssen. Aber eigentlich war es für die Jungs ja sowieso ein Heimspiel, konnten ihre Fans aus ihrer Heimatstadt St. Albans doch fast zu Fuß anreisen.

Eine dicke Jacke für den Rückweg sollte auf jeden Fall jeder der Anwesenden dabei gehabt haben, da es unmöglich war, die auf diesem Livealbum dokumentierte Show nicht schweißgebadet zu verlassen. Auch optisch lässt sich das Ganze vorzüglich auf den zwei beiliegenden DVDs nachverfolgen, die neben dem Hatfield-Konzert außerdem mit ausführlichen 2010er Mitschnitten aus den Londoner Clubs Camden Underworld und Hammersmith Apollo sowie Material aus Russland und vom 2009er Summersonic-Festival in Tokio aufwarten. Da ging es schon mehr als amtlich zur Sache, keine Frage. Natürlich muss man mit Enter Shikaris Techno-Core zurechtkommen - andernfalls würde man bei "Live from planet Earth, bootleg series - Vol. 3" wohl schnell die Fassung verlieren.

Denn die Briten feuern eine Salve nach der anderen ab und greifen dabei vier Mal in die Munitionskiste von "Take to the skies" und acht Mal in die von "Common dreads", was inklusive zweier Non-Album-Patronen eine explosive Mischung ergibt. Nach Anfangsklimpereien gehen die Herrschaften mit "Solidarity" und "Motherstep / Mothership" voll zur Sache - und angesichts der Gefangenen, die hier nicht gemacht werden, füllt sich das Phrasenschwein ganz von selbst. Ein hektisches Treiben sondergleichen, das die versammelte Fanschar im Stroboskopgewitter enthusiastisch und stimmgewaltig quittiert.

Und so veranstalten Frontmann Roughton Reynolds und seine Mitstreiter gemäß ihres vorzüglichen Live-Rufs kollektives Austicken. "It's like a guy trying to get up after twelve pints", beschreibt Reynolds zwischendurch einmal seinen Gemütszustand - und tatsächlich fühlt man sich nach Brettern wie "Zzzonked", "No ssweat", "The feast" oder "Labyrinth" wie auf selbige niedergestreckt. Dass Enter Shikari aber mehr als pure Prügelei draufhaben, beweist "Gap in the fence", das mehrstimmig und halbakustisch beginnt, sich immer weiter zu einer großartigen Dancenummer steigert, um danach wieder sanft auszuklingen. Doch von dieser vergleichsweisen Subtilität sollte man sich nicht täuschen lassen: Mit "Live from planet Earth, bootleg series - Vol. 3" geht alles - nur nicht stillstehen.

(Jochen Gedwien)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Hectic
  • Gap in the fence
  • Wall
  • Juggernauts

Tracklist

  • CD 1
    1. Intro
    2. Solidarity
    3. Motherstep / Mothership
    4. Zzzonked
    5. Havoc A
    6. No ssweat
    7. The feast
    8. Hectic
    9. Destabilise
    10. Gap in the fence
    11. Wall
    12. Labyrinth
    13. The jester
    14. Juggernauts
    15. Sorry you're not a winner
  • DVD 1
    1. Intro (live in Hatfield)
    2. Solidarity (live in Hatfield)
    3. Motherstep/Mothership (live in Hatfield)
    4. Zzzonked (live in Hatfield)
    5. Havoc a (live in Hatfield)
    6. No ssweat (live in Hatfield)
    7. The feast (live in Hatfield)
    8. Hectic (live in Hatfield)
    9. Destabilise (live in Hatfield)
    10. Gap in the fence (live in Hatfield)
    11. Wall (live in Hatfield)
    12. Labyrinth (live in Hatfield)
    13. The jester (live in Hatfield)
    14. Jugernauts (live in Hatfield)
    15. Solidarity (live in Camden)
    16. Step up (live in Camden)
    17. Motherstep/Mothership (live in Camden)
    18. Zzzonked (live in Camden)
    19. Havoc a (live in Camden)
    20. No ssweat (live in Camden)
    21. Hectic (live in Camden)
    22. Labyrinth (live in Camden)
    23. The jester (live in Camden)
    24. Anything can happen in the next half hour (live in Camden)
    25. No sleep tonight (live in Camden)
    26. Return to energiser (live in Camden)
    27. Hectic (live in Camden)
    28. Kickin' back on the surface of your cheek (live in Camden)
    29. Juggernauts (live in Camden)
    30. Sorry you're not a winner (live in Camden)
    31. Ok (live in Camden)
    32. Time for plan b (live in Camden)
  • DVD 2
    1. Fizzy water & spikey blankets (A weekend in Russia)
    2. Solidarity (live in Hammersmith)
    3. Motherstep/Mothership (live in Hammersmith)
    4. The jester (live in Hammersmith)
    5. Zzzonked (live in Hammersmith)
    6. Havoc a (live in Hammersmith)
    7. Enter Shikari (live in Hammersmith)
    8. Juggernauts (live in Hammersmith)
    9. Fanfare for the conscious man (live in Hammersmith)
    10. Solidarity (live at Summersonic)
    11. Step up (live at Summersonic)
    12. Mothership (live at Summersonic)
    13. No ssweat (live at Summersonic)
    14. Antwerpen (live at Summersonic)
    15. Havoc b (live at Summersonic)
    16. The jester (live at Summersonic)
    17. Enter Shikari (live at Summersonic)
    18. Sorry you're not a winner (live at Summersonic)
    19. Juggernauts (live at Summersonic)

Gesamtspielzeit: 328:23 min.

Threads im Plattentests.de-Forum