Pete Rock & Smif-N-Wessun - Monumental

Pete Rock & Smif-N-Wessun- Monumental

Duck Down / Groove Attack
VÖ: 22.07.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Ein Königreich für einen Wums

Bessere PR hätte sich kaum jemand wünschen können. Da schmeißen Produzenten-Legende Pete Rock und das Rap-Duo Smif-N-Wessun eine Release-Party. Und schon hat die US-amerikanische Polizei nichts anderes zu tun, als da mal für ordentlich Riot zu sorgen und die Fete zu sprengen. Natürlich decken sich die offiziellen Gründe für das Erscheinen der Ordnungshüter nicht mit denen der Gäste, und auch die Künstler werfen der dritten Gewalt Rassismus vor. Was auch immer geschehen ist in, um oder vor jenem Club, tut der Kollabo-Platte allerdings keinen Abbruch und wäre sonst vielleicht an dem einen oder anderem im OFWGKTA-Wahn vorbeigegangen. Dabei kam die Ankündigung zu "Monumental" aus den feuchten Träumen der True Keeper des Raps. Endlich wieder ein Sound mit dem NY-Vibe, Samples, BoomBap und all das Zeug. Auch eingedenk des Bombast-Album-Titels darf rhetorisch gefragt werden: Wer will hier schon tiefstapeln?

Dazu gehört, dass die Liste an Features mit Namen wie Raekwon, Sean P, Freeway und Buckshot aufwartet. Doch das ist keine Großspurigkeit, kein hirnloser Mikro-Staffellauf. Jedem Gast schnürt Pete Rock den passenden Beat auf die Rhymes. Auf den drallen Bass von "Do it" legt Hurricane G los, und Gitarre sowie Nebelhorn gehören wie selbstverständlich dazu. Im Titeltrack gibt es ein Streicher-Brett aus der Vintage-Kiste für Tyler Woods. Das ist zwar mehr Tradition als Innovation, geht aber immer runter wie Luzifer. Die Samples sind nicht angestaubt, auch wenn ab und zu vielleicht etwas mehr Mut gut getan hätte. Aber Pete Rock spritzt stets den passenden Rhythmus unter, damit es wumst und bumst. Hat auch niemand etwas anderes erwartet.

Tek und Steele, die sich hinter Smif-N-Wessun verbergen, haben es da schwerer, aus "Monumental" herauszustechen. Den Flow der Platte nimmt das Duo mit. "Fire" hat sofort alle Lampen an und geht nach vorne. Die Themen für solche Stories liegen auf der Straße. "Go off" poliert seine Kante nochmal ein Stück rauer, bevor Smif-N-Wessun in "Time to say" nochmal Alarm machen. Langsam kokelt "Monumental" vor sich hin und schlägt nur aus, wenn es nicht anders geht. Ansonsten geht Spannung vor. Das Flackern in "Roses" brennt auf unglaublich guten Takten. Der Titel der Platte trifft es aber trotzdem nur bedingt. Braucht es aber auch nicht, denn dafür passen die vierzehn Tracks auch so sehr gut. Smif-N-Wessun haben sich mit Pete Rock den passenden Produzenten gesucht. Er baut ihnen genau die breiten Beats und pumpenden Rhythmen, die alles kicken, was auf ihrer letzten Platte "Smif-N-Wessun: The album" so zu finden war. Dass hier die richtigen Leuten am genau richtigen Ort sind, wäre sicher zu viel gesagt, denn dafür hat "Monumental" der Rap-Geschichte zu wenig hinzuzufügen. Aber eine Nacherzählung tut es eben manchmal auch.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Roses (feat. Freeway)
  • Fire
  • Do It (feat. Hurricane G)
  • Night time (feat. Pete Rock & Buckshot)

Tracklist

  1. Intro
  2. Monumental (feat. Tyler Woods & Pete Rock)
  3. Prevail (feat. Raekwon)
  4. That's hard (feat. Sean P & Styles P)
  5. Top of the world (feat. Memphis Bleek)
  6. Feel me (feat. Rock of Heltah Skeltah & Bun B)
  7. Roses (feat. Freeway)
  8. Fire
  9. This one (feat. Top Dog, Jahdan Blakkamore of Noble Society)
  10. Do it (feat. Hurricane G)
  11. Night time (feat. Pete Rock & Buckshot)
  12. (I'm a) Stand up guy (feat. Black Rob)
  13. Go off
  14. Time to say

Gesamtspielzeit: 57:45 min.

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