Mazes - A thousand heys

Mazes- A thousand heys

Fat Cat / Rough Trade
VÖ: 24.06.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Fasse Dich kurz

Mit Referenzen ist es immer so eine Sache. Etwa, wenn die gleichnamige Rubrik am Ende jeder fachkundigen Rezension auf Plattentests.de mal wieder die Frage "Seit wann klingt X wie Y?" aufwirft. Doch keine Bange, liebe Leser: Wir wissen, was wir da tun. Genau wie Mazes aus Manchester, die auf ihrem Debütalbum fröhlich mit Verweisen auf die bunte Welt der Rockmusik um sich werfen und dabei textlich wie musikalisch beachtliche Hausnummern aufrufen. Schon beim Opener "Go betweens" fehlt lediglich ein Bindestrich zu den legendären Australiern - und es dürfen sogar noch größere Namen sein. Kurz darauf grüßt das Quartett mit den Worten "I get off trains and wave / Like the Beatles at JFK", und dann spielen sie sogar mit "Bowie knives" herum. Umso ernster nehmen Mazes dagegen ihre musikalische Mission

Auf dieser halten die vier nämlich liebenswert pflichtbewusst dem guten alten Slacker-Indie-Rock der Neunziger die Stange, streichen das Erbe von Pavement auf eine halbe Songlänge zusammen und ignorieren tapfer, dass auf den letzten Alben der Thermals so etwas wie Produktion stattfand. Die Rhythmusgruppe macht scheppernd dicke Backen, der Gesang torkelt schluffig zwischen beiläufigem Genuschel und mehrstimmigen Harmonien hin und her, und wenn im Studio partout niemand die lose aus den Verstärkern schwappenden Gitarren scharf stellen will, kann man es eben auch einmal so lassen. Und doch ist dieses Album nicht ausschließlich das eilfertig hingerotzte Ding, als das es sich zuweilen tarnt, denn immer wieder scheinen akzentuierte Kreiselriffs und Bubblegum-Harmonien durch. Auch wenn die stets Mühe haben, sich aus dem Ascheimer des omnipräsenten Grundrauschens herauszuarbeiten.

Doch so hat urbane Surfmusik aus mittelenglischen Betonhochburgen vermutlich zu klingen. "Surf & turf / Maths tag" packt einen von punktgenauen Licks flankierten Groover aus, "Wait anyway" probt gereizten Grunge mit Loop-Anhängsel aus Schlagzeug und Bass, und "No way" übt Totalverweigung zu Schunkelbeat und pointierter Leadgitarre. Zwar plärrt so etwas wahrscheinlich nicht nur im Königreich aus jedem zweiten Kellerproberaum - wird aber selten mit solcher Konsequenz und relativer Stilsicherheit durchgezogen wie hier. Egal, ob nach nur einer halben Stunde alles vorbei ist, viele Stücke nicht einmal die Zwei-Minuten-Marke sehen und das Songskizzen-Doppel aus "Vampire jive" und "Eve" es zusammen gerade einmal auf 90 Sekunden bringt. Kurz und gut statt lang und weilig - "A thousand heys" ist die ideale Sommerplatte für Festivals, auf denen man mal wieder knietief im Soundmatsch steht. Spaß gemacht hat's trotzdem.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Surf & turf / Maths tag
  • Most days
  • Wait anyway
  • No way

Tracklist

  1. Go betweens
  2. Surf & turf / Maths tag
  3. Most days
  4. Bowie knives
  5. Summer hits or J+J don't like
  6. Wait anyway
  7. Cenetaph
  8. Boxing clever
  9. Vampire jive
  10. Eva
  11. No way
  12. Death house
  13. 'Til I'm dead

Gesamtspielzeit: 31:31 min.

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