Katy B - On a mission

Katy B- On a mission

Columbia / Sony
VÖ: 08.07.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nicht unmöglich

Ganz schön vollmundig ist das ja schon. Also dies alles. Alles, wofür Katy B mit ihrem Debüt-Album "On a mission" steht. Und das, obwohl man sie vor gar nicht all zu langer Zeit noch Baby Katy nannte. Ihre Musik ist hingegen wenig kindlich-naiv: Electro-Pop mit breitbeinigen Dubstep-Verschnörkelungen und einem schnodderigen Charme, der typisch ist für diese britischen Mädchen, die sich gerne bewusst tough inszenieren. Die nette Kate Nash war vorvorgestern, Katy B ist das rotzfreche Gör, das schon mal des Nachbars Fensterscheiben zerdeppert. Natürlich nicht mit Steinen oder Bällen, sondern mit ihrem ungnädigen Bass.

Pop mit Dubstep zu kreuzen ist 2011 scheinbar tierisch en vogue, was bereits zahlreiche Künstler bewiesen haben. Sogar die olle Britney ist auf den mit Volldampf fahrenden Zug aufgesprungen, was jedoch eine andere Geschichte ist. Eine vollkommen andere. Hier befindet sich eine junge Frau auf einer Mission: Mit elektrifizierenden Beats schlängelt sich Kathleen Brien - so ihr bürgerlicher Name - durch den Großstadtdschungel, erzählt hier und da nächtliche Anekdoten und klingt dabei wirklich spannend. Die musikalische Untermalung dazu ist ein ziemlich süffiger Mix, eine Mischpoke aus hitverdächtigem R'n'B, Elektropop, Garage und Dubstep. Jawohl.

Die meisten Stücke pumpen standesgemäß, ohne prollig zu klingen: "Katy on a mission" ist die offensichtliche Single, dafür aber auch ein ganz schön ungezogener Gassenhauer. Und wenn "Movement" von der Strophe in den Refrain wechselt, zuckt auch der letzte Muskel im Takt. Schließlich hat Katy B sogar noch eine alte Bekannte ausgegraben, die mancher schon längst vergessen hatte: Ms. Dynamite! Im Track "Lights on" gibt das Duo dem ewigen Reggae einen Zungenkuss im Dunkeln. Wer auf Reggae, feuchtes Geschlabber und Dunkelheit steht, darf das dann auch noch wirklich sexy finden.

Hinter den Reglern nahmen übrigens die ganz großen Querdenker britischer Electronica Platz: Insbesondere Benga und Geeneus, die auch an vielen Stücken mitschrieben, konnten "On a mission" dadurch ihren eigenen Stempel aufdrücken. Ohne das Album in irgendeiner Weise stilistisch zu verwässern, versteht sich. Dies wäre bei einer selbstbewussten Platte dieser Art zwar auch kein Weltuntergang, doch so bleibt "On a mission" eine rundum gelungene Sache. Die vorletzten Worte überlassen wir (stark schwitzend) daher Katy B höchstselbst: "Keep up with me as we lose control." Und wir so: Liebend gerne!

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Katy on a mission
  • Go away
  • Broken record
  • Lights on

Tracklist

  1. Power on me
  2. Katy on a mission
  3. Why you always here
  4. Witches brew
  5. Movement
  6. Go away
  7. Disappear
  8. Broken record
  9. Lights on
  10. Easy please me
  11. Perfect stranger
  12. Hard to get

Gesamtspielzeit: 50:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
dst
2011-08-03 23:09:23 Uhr
"breitbeinigen dubstep-verschnörkelung"

Auf jeden Fall typisch für diese britischen Mädchen.

Katy B schlängelt sich mit ihrem ungnädigen Bass also durch den Großstadtdschungel und pumpt standesgemäß, während wir (stark schwitzend) im Dunkeln vom ewigen Reggae einen Zungenkuss empfangen. Der letzte Muskel zuckt im Takt und wir so: "Liebend gerne."

Halleluja!!!

Geil. Muß auch mal wieder ausgehen abends. Hab gehört in Berlin z.B. soll tierisch was los sein.
HV
2011-07-28 10:48:25 Uhr
Electro-Pop mit breitbeinigen Dubstep-Verschnörkelungen

was kann man sich genau unter einer breitbeinigen dubstep-verschnörkelung vorstellen?
Fräggelnder Erpel
2011-07-28 10:45:45 Uhr
Ist das etwa das eine der beiden T.A.T.U. Mädchen, etwas gereift und auf Solopfaden?
alta schwede
2011-07-27 23:53:49 Uhr
in welchem Universum bitte ist "Lights on" Reaggae???
Leatherface
2011-07-12 22:09:16 Uhr
Super Album, saugt locker ins Ohr...
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