And So I Watch You From Afar - Gangs

And So I Watch You From Afar- Gangs

Richter Collective / Rough Trade
VÖ: 29.07.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Post-Schock

Plötzlich waren sie einfach da. Kein großes Brodeln als Ankündigung, kein juckender Ausschlag, der auf irgendetwas hätte hindeuten können. Nein, alles, was man 2009 vernehmen konnte, war ein lauter, tobender Knall. Ohrenbetäubend, mit Feuerwerk und Raketen, Menschen liefen schreiend umher und fanden es doch irgendwie gut. Eine irische Naturgewalt trat in den Ring, um den Post-Rock-Thron zu erklimmen. Als And So I Watch You From Afar vor zwei Jahren ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichten, hätte wohl noch niemand gedacht, dass sie sich derart gut halten würden. Die stetig wachsende Fangemeinde und das neue Album "Gangs" zeugen jedoch davon, dass schließlich doch alles gut war. So gut, dass ihre Anhänger hierzulande nicht erst - wie beim Debüt - mit einem Jahr Verspätung in den Genuss neuer Musik kommen.

Gut, ob man den irischen Vierer nun wirklich als "Gang" bezeichnen, beziehungsweise diesen Begriff überhaupt noch verwenden würde, sei mal dahingestellt. Tatsache ist jedoch, dass man den Zusammenhalt der Band und die vollkommene Verbundenheit jedes Mitglieds zum großen Ganzen bereits vom ersten Ton an hören kann. Dieser besteht aus einem Aufschrei in "BEAUTIFULUNIVERSEMASTERCHAMPION", dem nicht nur das provisorische Gang-Gebrüll der anderen Bandmitglieder folgt, sondern der sich dank des hypnotischen Riffs geradezu in die Kehle des Hörers legt. Schließlich gipfelt der Opener bereits in einem ungestümen Sound-Feuerwerk, bis eben jenes träge und matt zu Boden geht. Und hier sind wir erst am Anfang.

Weniger bombastisch, dafür musikalisch detailverliebter, gibt sich die erste Hälfte des insgesamt zwölfminütigen, zweigeteilten "Homes". Wie ein kurzes Intro vor dem großen Bruder schafft "Homes - Ghost parlor KA -6 to..." ein merkwürdiges Gefühl, das gleichzeitg Unbehagen auslöst und doch neugierig macht. Chris Wee gibt an den Drums den Rhythmus vor, den zu aller Düsterkeit eine glockenhelle Melodie begleitet, bis der Übergang zu "Homes - Samara to Belfast" fast ein wenig zu effektlos erscheint. Hier packen And So I Watch You From Afar in knapp zehn Minuten nun die Keule aus, brachial kämpfen Wee und die beiden Gitarristen Friers und Wright mit allen Mitteln, und voller Euphorie wird hier das Gesamtrepertoire des Genres ausgebreitet und auf eine neue Stufe gebracht. Es folgt zum krönenden Abschluss das atmosphärische "Lifeproof", das ironischerweise mit dem Trommelwirbel bis zum Ende wartet. "Gangs" endet schließlich, wie es anfing: mit einem Schrei, diesmal eher jubelnd und befreiend als angespannt in den Kampf ziehend. Wir jubeln mit.

(Jennifer Depner)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Gang (Starting never stopping)
  • Homes - Ghost parlor KA -6 to...
  • Homes - Samara to Belfast

Tracklist

  1. BEAUTIFULUNIVERSEMASTERCHAMPION
  2. Gang (Starting never stopping)
  3. Search party animal
  4. 7 billion people all alive at once
  5. Think breathe destroy
  6. Homes - Ghost parlor KA -6 to...
  7. Homes - Samara to Belfast
  8. Lifeproof

Gesamtspielzeit: 44:44 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
The MACHINA of God
2012-11-02 18:48:40 Uhr
Wasn nu? Aufgelöst oder zu dritt weiter?
Finde "Gangs" fast noch bisschen besser als das Debut, wobei dessen Opener ungeschlagen bleibt.
tony solo
2012-01-15 22:57:08 Uhr
http://www.sputnikmusic.com/news.php?newsid=19412
wtfh
2012-01-15 22:53:00 Uhr
toll ... wieder ne spitzenband tot :-/

saihttam
2012-01-15 22:42:53 Uhr
wie musste ich grad über wikipedia erfahren?! Tony Wright ist ausgestiegen!? schade, mal schauen ob sie zu dritt das Niveau halten können, auch wenn mich dieses Album nicht so packt wie der Vorgänger.
Coby
2011-11-15 18:43:15 Uhr
Hervorragendes Album. Noch um einiges verspielter als der Vorgänger aber auch mit brachialen Parts. Wer das Debüt schon mochte wird von diesem nicht enttäuscht sein. Einziges Manko, es hätten noch 2-3 Tracks mehr sein können. Bester Song ganz klar "Homes - Samara to Belfast", unfassbares auf und ab, einer der besten Postrock Songs überhaupt. Leider noch nicht live gesehen.

BEAUTIFULUNIVERSEMASTERCHAMPION 8/10
Gang (Starting never stopping) 9/10
Search party animal 9/10
7 billion people all alive at once 7/10
Think breathe destroy 8/10
Homes - Ghost parlor KA -6 to... 7/10
Homes - Samara to Belfast 10/10
Lifeproof 8/10
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum