The Dead Trees - Whatwave

The Dead Trees- Whatwave

Affairs Of The Heart / Indigo
VÖ: 15.07.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Karawane zieht weiter

Musiknomaden haben es nicht immer ganz leicht, bleibende Spuren zu hinterlassen. The Dead Trees fallen in diese Kategorie. Sie zogen zunächst von Boston nach Portland und dann weiter nach Los Angeles und landeten gar einen Minihit mit "Back in L.A.". Sie spielten als Backing Band von Little Joy, Fabrizio Morettis Zweitband und somit Strokes-Sideprojekt, und hatten gar das große Glück, zwei schmucke Daytrotter-Sessions einspielen zu dürfen. Letzteres ist ja fast schon ein Ritterschlag für eine kontemporäre amerikanische Band. Nun folgt ihr Sophomore-Album "Whatwave", das sich irgendwo zwischen Pavement und The Strokes verorten lässt. Als Beigabe darf es zudem noch etwas Folkpop sein. Und während der Aufnahmen hörte die Band ausgiebig The Clash, was man hier jedoch nur bedingt hört. Die erste Singleauskopplung "World gone global" deutet an, dass es hier gleich eine Nummer größer sein muss.

Das in den Hollywood Hills aufgenommene Album beginnt gleich mit einem Doppelschlag: "Slow faze" und "Slow faze fast" zeigen schon einmal, dass verschiedene Tempi und Songvariationen eines einzigen Motivs das Quartett nicht vor allzu große Probleme stellen. Auch das schon erwähnte "World gone global" und das handclappige "My time has just begun" kommen besonders luftig leicht daher. Man fühlt sich in gute alte Collegepop-Zeiten Mitte der 90er Jahre zurückversetzt, als Bands wie Pavement und Sebadoh versuchten, ein wenig Aufmerksamkeit in einer von Britpop dominierten alternativen Musikwelt auf sich zu ziehen. Karawanen ziehen aber durchaus auch einmal weiter, und The Dead Trees kommen irgendwo an, nehmen unterwegs aber alles mit, was sich in den Weg stellt: etwa das leicht verträume "Comfortable kids", das an den alten Gassenhauer der Cascades "Rhythm in the rain" erinnernde "Older" und den großartigen kleinen Western in "Mexican politics". Frontmann Michael Ian Cummings und seine Kompanie begeben sich dabei mit recht einfachen Mitteln, Gitarre, Bass und Drums, auf einen vergnüglichen Trip durch die Zeiten.

Zum Abschluss von "Whatwave" beweisen sie, dass sie auch ein drittes Tempo beherrschen, das des Midtempos. Nach "Slow faze" und "Slow faze fast" gleich zu Beginn schließt das Album mit "Mid faze". Das ist nicht sonderlich einfallsreich, rundet die Rundreise aber vielversprechend ab. Glaubt man nun Interviews der Band, stehen demnächst erst einmal keine weiteren Reisen innerhalb der USA an. Man wolle eher auf eine Welttournee in Europa und Japan gehen. Wenn man es sich leisten kann, spricht da nichts dagegen. Musiker auf Wanderschaft sollte man keinesfalls aufhalten.

(Carsten Rehbein)

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Highlights

  • World gone global
  • Comfortable kids
  • Mexican politics

Tracklist

  1. Slow faze
  2. Slow faze fast
  3. My time has just begun
  4. World gone global
  5. Rayna
  6. Comfortable kids
  7. Older
  8. Arrows
  9. Play your hand
  10. Punch for punch
  11. Mexican politics
  12. Mid faze

Gesamtspielzeit: 29:46 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
kingsuede
2011-09-13 14:11:27 Uhr
Ich glaube, es waren so 35-40 Minuten..
hmm
2011-09-13 00:46:06 Uhr
was heisst bei denen kurz?

platte mag ich sehr. kurze konzerte dahingegen so gar nicht.
kingsuede
2011-09-12 23:58:24 Uhr
Kurz, aber großartig.
kingsuede
2011-09-12 15:03:29 Uhr
Für Kurzentschlossene.
Heute das Konzert im Blue Shell zu Köln.

http://www.blue-shell.de/programm.html
kingsuede
2011-07-08 01:34:09 Uhr
Dann kündige ich schon einmal eine tolle Band an, die gerade von Boston über Portland nach LA übergesiedelt ist und tollen Pop zwischen Pavement und den Strokes macht. Das zweite Album "Whawave" erscheint am 15.7. The Dead Trees waren auch Backing Band von Little Joy.

http://thedeadtrees.tumblr.com/

http://www.daytrotter.com/dt/the-dead-trees-concert/20030470-110776.html

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