Queensrÿche - Dedicated to chaos

Queensrÿche- Dedicated to chaos

Roadrunner / Warner
VÖ: 24.06.2011

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Ziemlich gaga

Natürlich war alles nur ein großes Missverständnis. Sagt zumindest Michael Wilton, seines Zeichens Gitarrist von Queensrÿche, nachdem er die Fangemeinde in Aufruhr versetzt hatte. Nicht ganz zu Unrecht, hatte er doch sinngemäß verkündet, das neue Album werde tanzbar, poppig, ginge gar in die Richtung einer Lady Gaga. Prog-Metal-Veteranen go Plastik-Pop? Das war zuviel. Nein, wiegelte er sogleich via Bandwebseite ab, man wolle einfach nach 30 Jahren endlich einmal neue Wege gehen.

Nun gut, die Schöpfer des großartigsten Konzeptalbums der Metalgeschichte, nämlich "Operation: mindcrime", haben allemal das Recht dazu. Ob dazu allerdings gehört, zunächst mit nur in Ansätzen spannendem Radiorock zu eröffnen und diesem Opener auch noch den plattesten aller Titel, nämlich "Get started" zu geben, ist zumindest diskutabel. Allerdings wird zügig klar, dass sich der angedrohte "Pop-Appeal" auf ein paar eingestreute Samples beschränkt.

Aufatmen ist dennoch nicht angesagt. Denn ebenso zügig wächst die Anzahl der Fragezeichen über dem Kopf des Hörers. Hier ein sinnloses Sample, dort ein nicht zu Ende gedachtes Riff - an sich gute Ideen werden lieb- und planlos aneinandergereiht. Komplexe Kompositionen in allen Ehren, aber zu selten gelingt Queensrÿche dies noch so schlüssig wie bei "Retail therapy" oder "At the edge". Über weite Strecken wirkt vieles wie gewollt und nicht gekonnt. Dafür setzt es immer wieder prätentiösen Durchschnitt wie die ansatzweise groovende, aber letztlich nichts sagende Single "Wot we do".

Nun ist es sicherlich unfair, "Dedicated to chaos" mit "Empire" oder gar "The warning" zu vergleichen, mittlerweile über 20 Jahre alten Meisterwerken des Queensrÿche-Backkatalogs. Aber selbst wenn man Rohrkrepierer wie weiland "Q2k" zum Vergleich heranzieht, die einfach nur schlecht waren, wirken die Queensrÿche des Jahres 2011 orientierungslos, überambitioniert und bisweilen verkrampft. Es schmerzt, dass sich diese routinierte Band beim Songwriting so massiv verhoben hat.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Retail therapy
  • At the edge

Tracklist

  1. Get started
  2. Hot spot junkie
  3. Got it bad
  4. Around the world
  5. Higher
  6. Retail therapy
  7. At the edge
  8. Drive
  9. Wot we do
  10. I take you
  11. The lie
  12. Big noize

Gesamtspielzeit: 54:08 min.

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