Gomez - Whatever's on your mind

Gomez- Whatever's on your mind

Eat Sleep / Full Time Hobby / Rough Trade
VÖ: 08.07.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Im Rahmen der Möglichkeiten

Den Druck, irgendwann mal Englands allerletzte Pophoffnung zu sein, ist längst von Gomez abgefallen. Lange ist es her, dass Alben wie "Bring it on" oder "Liquid skin" einen Hype befeuerten, der dem Fünfer eigentlich viel zu stressig war. Sie hatten schließlich genug damit zu tun, ihren Songs entspanntes Hüftwackeln beizubringen. Wenn sie die charmanten Melodien gegen die allgemeine Stromlinie bürsteten, war dies trotz des augenzwinkernd inszenierten Dramas viel zu wenig penetrant, um sich nachhaltig in Volkes Ohr festzusetzen. Wofür hat man schließlich Coldplay?

Seit Gomez aber nichts mehr beweisen müssen, hört man ihnen den relaxten Spaß an der Sache noch deutlicher an. Zwar feixt ihre Musik nicht mehr, aber das wohlige Lächeln zwischen Dur und Moll steht ihnen immer noch prächtig. Und plötzlich interessiert man sich sogar in den USA für diese Musik, die zwischen so vielen Stühlen gesessen hat, dass man jetzt auch einfach mal Pop zu ihr sagen darf. Schon der Opener "Options" klappert munter los: Ein paar Bläser sorgen für jazziges Glitzern, und durch den Refrain purzelt eine Wagenladung gute Laune. "Everybody wants you / And wants to be you." Das sind Gomez, wie man sie schätzt.

Ben Ottewell lässt seine Stimme im beseelten Titelstück wieder ordentlich raspeln, und die satten Streicher schreiben Hymne in Großbuchstaben. Gleich danach gleitet "Just as lost as you" dermaßen geschmeidig an hüpfenden Saiten, flirrender Elektronik, dezenter Verzerrung und umkippenden Grooves vorbei, dass man den inneren Tumult kaum bemerkt. Dennoch lauert hier bitterer Sarkasmus: "I'm just as lost as you are / Does that make you feel any better?"

Auf "Whatever's on your mind" tummelt sich nicht mehr das früher gewohnte Durcheinander der jungen Wilden, stattdessen macht sortierte Opulenz von Mittdreißigern ihre Aufwartung. Man könnte Gomez unterstellen, sie hätten mit der Musik ihren Frieden gemacht. Songs wie "Song in my heart" tänzeln gemächlich umher und lassen die Ausfallschritte auch einfach mal bleiben. Manchmal machen es Gomez sich zu geradezu radiofreundlichen Posen bequem, die dann aber doch von eckigen Synthesizern oder bekifften Chören wieder verbogen werden. Zum Glück. Aus Gomez wird nie eine harmlose Band werden. Auf "Whatever's on your mind" kokettieren sie aber genüsslich damit, einfach mal so zu tun.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Options
  • Just as lost as you
  • That wolf
  • X-ray

Tracklist

  1. Options
  2. I will take you there
  3. Whatever's on your mind
  4. Just as lost as you
  5. The place and the people
  6. Our goodbye
  7. Song in my heart
  8. Equalize
  9. That wolf
  10. X-rays

Gesamtspielzeit: 37:39 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

jo

Postings: 887

Registriert seit 13.06.2013

2015-03-24 21:07:16 Uhr
Da es keinen Thread dazu gab, musste er jetzt mal eröffnet werden.

Höre ich in letzter Zeit wieder öfter, die Platte. Bekam hier eine viel zu niedrige Bewertung - 'Whatever's on Your Mind' kann viel mehr als "die poppigen Gomez" präsentieren.

Alleine schon der Einstieg mit 'Options' ist nicht so leicht verdaulich, wie es beim ersten Mal scheint. Klasse Song, der auch wieder zeigt, dass die Band über zwei hervorragende Lead-Sänger verfügt.
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