Cloud Control - Bliss release

Cloud Control- Bliss release

Infectious / PIAS / Rough Trade
VÖ: 20.05.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Aufs Treppchen

Die besten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben, und die folgende ist wirklich nett: Die Australierin Heidi Lenffer liest von einem Musikwettbewerb und meldet sich und ihre Band schnurstracks dafür an - wohl wissend, dass bisher weder Band noch Songs existieren. Kurzerhand fragt sie also zwei Freunde und ihren Bruder, ob sie nicht Lust aufs Musizieren hätten. Eine irrsinnige Idee, die sich für Lenffer und die daraus entstandene Formation Cloud Control durchaus bezahlt gemacht hat. Nicht nur, dass der Wettbewerb nur der erste von vielen sein sollte, den sie in der Folge gewannen. Neben dem Toursupport für Supergrass oder The Temper Trap veröffentlichten sie zwei zu Unrecht kaum beachtete EPs und im Jahr 2010 schließlich ihr Album "Bliss release", das mit einiger Verspätung nun auch endlich in Deutschland offiziell erhältlich ist. Zeit also, sich mit diesem australischen Phänomen zu befassen.

"Meditation song #2 (Why, oh why)" legt mit seiner Mischung aus psychedelischem Gitarrensound und harmonischem Gruppengesang bereits gut vor. Alister Wrights kratzige Stimme bildet einen angenehmen Kontrast zu Lenffers sehr klarem Gesang, die schrammeligen Gitarren bieten stampfendem Schlagzeug und Handclaps Paroli. Das folkig-rockige "Death cloud" erinnert dafür stellenweise an Arcade Fire, während die verrückte Popnummer "This is what I said" anfangs nicht alle Tassen im Schrank haben mag, sich aber schließlich doch noch zu einem echten Highlight entwickelt. Im düsteren "Ghost story" versucht Wright seine Stimme um ein paar Oktaven in die Höhe zu hieven, was allerdings nicht lange anhält - gut zu Gesicht steht Cloud Control der Song im Stile von Portugal. The Man aber allemal.

Das basslastige "There's nothing in the water we can't fight" offenbart neben dem allgegenwärtigen Folk-Rock auf "Bliss release" einmal mehr das Händchen der Band für guten Popsound, obgleich sie auf "The rolling stones" nicht nur dank des Titels die Rockkeule schwingen und in Lederjacken breitbeinig durch die verregneten Straßen der Blue Mountains laufen, ohne dass das Ganze etwas mit Mick Jagger & Co. zu tun hätte. So wird dann schließlich nicht erst beim gelungenen Abschluss mit dem Fleet-Foxes-geschwängerten "My fear #1" mehr als deutlich, dass Cloud Control auf ihrem Debüt mit verschiedensten Einflüssen zu begeistern wissen und sich sogar an das eine oder andere Experiment herantrauen. Da ist so etwas Kindisches wie eine Anmeldung beim Musikwettbewerb ohne Songs längst wieder gutgemacht - und der Gang von der stillen Treppe ganz hoch aufs Treppchen nur noch eine Frage der Zeit.

(Jennifer Depner)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • There's nothing in the water we can't fight
  • Gold canary
  • This is what I said
  • Hollow drums

Tracklist

  1. Meditation song #2 (Why, oh why)
  2. There's nothing in the water we can't fight
  3. Death cloud
  4. Ghost story
  5. Gold canary
  6. This is what I said
  7. Just for now
  8. The rolling stones
  9. Hollow drums
  10. My fear #1

Gesamtspielzeit: 38:38 min.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

  • Cloud Control (22 Beiträge / Letzter am 11.10.2013 - 12:56 Uhr)