Sepultura - Kairos

Sepultura- Kairos

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 24.06.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Erfahrung erfahren

Von der Stammbesetzung sind nicht mehr viele dabei. Das Line-Up der Metal-Meilensteine "Roots" und "Chaos A.D." liegt schon in so dunkler Vergangenheit, dass man sich nicht wundern sollte, demnächst im Brockhaus oder Meyers Konversationslexikon entsprechende Einträge zu finden. Ja, sogar das beachtliche Spät- oder zumindest Später-Werk "Dante XXI" ist ja schon wieder fünf Jahre her. Wie alt sind Sepultura eigentlich? Wer eine Antwort auf die Frage auf ihrem zwölften Studioalbum "Kairos" sucht, wird nicht fündig werden. Zumindest nicht in der Musik, denn die ist mittlerweile das, was man so gerne zeitlos nennt.

"Entwicklungsresistent" wäre ein unschöneres Wort dafür, dass Sepultura trotz grundlegender Besatzungswechsel sich immer eine gewisse Kontinuität in ihrer Musik bewahrt haben. Wie bei einer Portion Gyros mit Pommes weiß man, was man bekommt. Natürlich finden sich zwischendurch immer mal ein paar fettige, knorpelige Stücke. Aber der Fan beißt sich da durch. Und für alle anderen ist "Kairos" abermals ein Metalalbum geworden. Dessen Einzelteile addieren sich aufgrund des dahinterstehenden Konzeptes - Zeit, Entscheidungen und die Folgen -, aber auch aufgrund des Arrangements sich zu mehr als ihrer Summe.

Überladen wirkt "Kairos" hauptsächlich durch die nummerierten Zwischenstücke und einige schwächere Stücke zu Beginn der zweiten Hälfte des Albums. Anders als "Dante XXI"", das trotz Geplänkels unter 40 Minuten blieb, zieht sich "Kairos" so weit über die 50-Minuten-Marke. Ideenarmes Geklopfe wie das stereotyp von der Doublebass-Strophe in den schleppenden Refrain wechselnde "Born strong" oder das zum drölfzigsten Mal gehörte Riff in "Embrace the storm" hätten sie einfach rauskürzen können.

Dann würden auch diejenigen Stücke, die tatsächlich herausstechen, noch ein wenig mehr glänzen. Denn die signifikant längere Durchschnittsspielzeit macht sich in grandiosen Groovern wie "Dialog" wirklich gut. Gleich der Opener "Spectrum" macht deutlich, dass Sepultura effektheischende Hektik eigentlich nicht mehr nötig haben, um gute Metalsongs zu schreiben. In solchen Momenten ist "Kairos" Thrash ohne Stress, und dann glänzt die Band mit all den Jahren Erfahrung, die sie auf dem Buckel hat. Auch das für Sepultura eher ungewöhnliche Acht-Minuten-Monster "4648" ganz am Ende funktioniert trotz und gerade wegen seiner auf die Spitze getriebenen Komplexität und entschlackter Geschwindigkeit ganz wunderbar und beweist, dass Sepultura auch 15 Jahre nach "Roots" (Ja, so lange ist das schon her!) zumindest neue Nuancen in petto haben. Und das zum zweiten Mal hintereinander ganz ohne einen der Cavalera-Brüder.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Spectrum
  • Dialog
  • 4648

Tracklist

  1. Spectrum
  2. Kairos
  3. Relentless
  4. 2011
  5. Just one fix
  6. Dialog
  7. Mask
  8. 1433
  9. Seethe
  10. Born strong
  11. Embrace the storm
  12. 5772
  13. No one will stand
  14. Structure violence (Azzes)
  15. 4648

Gesamtspielzeit: 53:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
monstergroove
2011-06-29 16:51:30 Uhr
jubb auch bei lastfm ;)
heinz fernd
2011-06-26 11:11:31 Uhr
ich sach ja, der herr maerten lässt in der rezi tief blicken, dass er von der sepultura-materie nicht wirklich viel ahnung hat.
yoyo
2011-06-26 10:15:48 Uhr
die ganzen metal-puristen würden bei aussagen wie "Metal-Meilensteine "Roots" [...]" durchdrehen. roots ist bekanntermaßen das album, mit dem sich sepultura selbst ein wenig ins new metal abseits gerückt haben.
Walenta
2011-06-26 00:55:16 Uhr
Okayes Album. Ist zwar zu keiner Sekunde schlecht, nur haben sie das alles eben schon besser hinbekommen.
Keine Enttäuschung, sondern eher die Betsätigung, dass sich die Band auf gutem Niveau halbwegs eingependelt hat - Meisterwerk erwarte ich mir mittlerweile aber definitiv keines mehr von Sepultura.
FightClub
2011-06-23 16:47:08 Uhr
Monstergroove@
hab mal reingeschnuppert
bei y-tub
A-lex ist ok
Dante gibt's nur in live- versionen naja geschmackssache

Roorback hieß die Lp die ich damals entsorgen musste.
Vielleicht muss man auch ein Gehoer fuer diese Art von Metal entwickeln.

Aber 7/10 ist schon etw. heftig, oder?

Dein Nick kommt mir irgendwie bekannt vor!
Verwendest du den auch bei Last.fm?
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