Pain - You only live twice

Pain- You only live twice

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 03.06.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Hau rein, is' Tango

Irgendwann einmal wurde aus Spaß Ernst. Und Pain wurden von einem Zeitvertreib zu einer anerkannten und gefeierten Band, die entgegen der ursprünglichen Planung von Gründer, Herz und Hirn Peter Tägtgren sogar Bühnenbretter betreten sollte. Die höchst tanzbare Mischung aus Metal und Industrial, die der Schwede seit 1996 immer weiter verfeinert hat, funktionierte sogar im Vorprogramm von Nightwish. Selbst mehrere Stiche, mit denen Tägtgren nach einem tätlichen Angriff in Leipzig genäht werden musste, änderten nichts daran, dass sich die Fanschar der Opern-Metal-Finnen allabendlich mit Fönfrisur und hängenden Kiefern konfrontiert sah.

Denn Tägtgren bittet nicht höflich zum Schwof, sondern prügelt einen förmlich auf die Tanzfläche. Flirrendes Intro, ein gigantisches Riff, dann ein unendlich langer, markerschüttender Schrei: Es scheint die sprichwörtliche Sau zu sein, die hier "Let me out" fordert. Und auch wenn das folgende "Feed the demons" mit einer kalten Düsternis beginnt, die Industrial-Großmeister Rhys Fulber zur Ehre gereichen würde, war Tägtgren lange nicht so ungestüm, entfesselt und ruppig zu hören.

Das Geheimnis von Pain liegt im Miteinander von Grobschlächtigkeit und breitbeinigen Melodien, die am besten mit gereckter Faust mitgebrüllt werden. So bei "The great pretender", das so gar nichts mit der gleichnamigen Schnulze von Freddie Mercury zu tun hat, oder bei der trotzig aufstampfenden Single "Dirty woman". Und eher spannungsarme Songs wie "We want more" werden spätestens von "Monster" in Grund und Boden geknüppelt.

Es sind solche Passagen, in denen Tägtgren seinen Wurzeln bei Hypocrisy näher ist als je zuvor. Denn waren bereits die Vorgängeralben nichts für Zartbesaitete, lässt er hier seinen Aggressionen über die Welt im Allgemeinen und seiner persönlichen Frustration im Speziellen endgültig freien Lauf. Vom düster-metallischen Ausdruckstanz zum Violent Dancing sozusagen. Ein Schutzhelm wird empfohlen - und "You only live twice" sowieso.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Let me out
  • The great pretender
  • Dirty woman
  • Monster

Tracklist

  1. Let me out
  2. Feed the demons
  3. The great pretender
  4. You only live twice
  5. Dirty woman
  6. We want more
  7. Leave me alone
  8. Monster
  9. Season of the reaper

Gesamtspielzeit: 40:39 min.

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