Arctic Monkeys - Suck it and see

Arctic Monkeys- Suck it and see

Domino / GoodToGo
VÖ: 03.06.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Alle Unwetter

Wilder Westen inklusive - das galt auch für Arctic Monkeys, als sie vor zwei Jahren mit "Humbug" ohne große Not die Indie-Disco räumten und sich in Josh Hommes Soundprärie begaben. Auch fluoreszierende Jugendliche werden eben einmal erwachsen. Zumal sie seit "Favourite worst nightmare" ohnehin machen können, was sie wollen - irgendetwas zu bemäkeln hat immer jemand, sei es das im Vergleich zu den legendären Internet-Demos fehlende Ungestüm, die Verrohung im Sound dank allzu rockistischer Mittel oder die Überschneidungen mit Alex Turners Zweitband The Last Shadow Puppets. Dem Quartett wird's egal sein, versteht es sich doch nach wie vor meisterlich darauf, dem Publikum genug Knochen hinzuwerfen, damit es mit dem Schwanz wedelt.

Das ist wohlgemerkt keine Anspielung auf den nur scheinbar zweideutigen Albumtitel, sondern auf die mit viel Lärm lancierten Vorabsongs. Dass das grobmotorisch Rockerphrasen dreschende Gepolter von "Brick by brick" in einer heruntergekommenen Freakbeat-Kaschemme versenkt wird, hat zwar keine wirkliche Klasse - aber immerhin die Qualität eines Faustschlags. Besser und wohl zumindest musikalisch ernst gemeinter: "Don't sit down 'cause I've moved your chair", dessen blökende Stromgitarren so großkariert mit einem Turner in Hochform kollidieren, dass Stillsitzen in der Tat schwerfällt. Protzige Vorboten, die aber meist auf die falsche Fährte führen.

"Suck it and see" pflegt nämlich oft unaufgeregtes Midtempo, zu dem sich der Frontmann erneut als Morrissey-Pendant empfiehlt. Romantikbeflissen kleidet er bei "She's thunderstorms" und "Black treacle" analog zu "Brianstorm" oder "Crying lightning" Gefühlszustände in Naturgewalten: Die Liebste tobt wie Hagelstürme, der Nachthimmel wird zur undurchdringlichen Masse. Nicht nur mit allen Wassern, sondern auch mit allen (Un-)Wettern gewaschen. "The hellcat spangled shalalalala" spaziert dabei unbekümmert durchs Grenzgebiet von Psych-Rock und Bubblegum, "Reckless serenade" gerät zur Stilübung mit dem gleichen Baukasten, aus dem sich einst Interpol für "Evil" bedienten. Und über dem prächtigen Singalong-Rocker "That's where you're wrong" geht dann schließlich doch die Sonne auf.

Genauso wie bei Turners geistreichem Witz und den popkulturellen Anspielungen im Minutentakt. "You look like you've been for breakfast at the Heartbreak Hotel" - schöner kann man kaum bedauert werden. "I’m out of place and I’m not getting any wiser / I feel like Sundance Kid behind a synthesizer" - daran hätte selbst Chuck Norris zu knabbern. Und in drei Minuten "Don't sit down 'cause I've moved your chair" können einem wohl schwerlich noch mehr Dinge einfallen, die bescheuerter sind als das drohende Missgeschick im Titel. Doch auch ohne Sitzmöbel wissen Arctic Monkeys auf diesem exquisiten Album stets, wo ihre vier Buchstaben sind. Aufgestanden, Platz vergangen? Ihnen doch egal.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • She's thunderstorms
  • Black treacle
  • Don't sit down 'cause I've moved your chair
  • That's where you're wrong

Tracklist

  1. She's thunderstorms
  2. Black treacle
  3. Brick by brick
  4. The hellcat spangled shalalalala
  5. Don't sit down 'cause I've moved your chair
  6. Library pictures
  7. All my own stunts
  8. Reckless serenade
  9. Piledriver waltz
  10. Love is a laserquest
  11. Suck it and see
  12. That's where you're wrong

Gesamtspielzeit: 40:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Electricity
2012-04-19 12:53:00 Uhr
"R U Mine?" B-Seite:

http://www.nicorola.de/neuer-song-der-arctic-monkeys-electricity/

Klingt mir nach nem starken Doppel!


mal ehrlich
2012-04-10 00:28:14 Uhr
Binsch voll der coole Fakör 8)
mal ehrlich
2012-04-10 00:14:15 Uhr
Versteht ihr?!? Nicht Arctic Monkeys, sondern ARSCHVICK Monkeees!! Lolololol

MEIN HUMOR!!11einself
mal ehrlich
2012-04-09 23:43:15 Uhr
Arschvick Monkeeees braucht doch keiner!
tlxvliro
2012-04-09 23:42:30 Uhr
wjzkug
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