Fila Brazillia - Jump leads

Fila Brazillia- Jump leads

23 / Rough Trade
VÖ: 04.02.2002

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kabelfernschweben

Ein warmes Braun haben sich Fila Brazillia da für das Cover von "Jump leads" ausgesucht. Besser hätte man den Sound der beiden Briten auch kaum charakterisieren können. Seit über zehn Jahren schon rühren sie vom nordenglischen Hull aus an einer Melange aus Downbeat, Dub, Soul und Jazz herum. Immer recht zurückgelehnt und niemals aufdringlich präsentiert sich auch ihr achtes Album. Eine behagliche, natürliche Mischung schmiegt sich an Tanzbein und Ohrmuschel gleichermaßen an, und die Propheten des United Kingdom of Chill tun so, als wäre dies das Selbstverständlichste der Welt.

Dennoch ist es schon ungewöhnlich, wie uns der Opener "Bumblehaum" begrüßt. Zum Flirren der Kirmesorgel gesellt sich bald eine akustische Gitarre. Sanft fließen die Klänge ineinander, bis schließlich ein relaxter Groove einsetzt. Ein Hauch von P-Funk liegt plötzlich in der Luft, und wenn man ein wenig aufmerksamer schnüffelt, riecht man auch den dezenten Gruß der fünf Blätter. Samtweiche Ausflüge in soulige Gefilde wie bei "We build arks" oder der butterweichen Single "Spill the beans" werden durch weiche Dub-Wolken abgefedert. Doch das Kraut ist trotz Songtiteln wie "The green, green grass of homegrown" keineswegs allgegenwärtig.

Selten nur knistert es im Gebälk, wenn trippende Beats auf Elektronik der frühen Düsseldorfer Schule trifft. Wenn dann plötzlich "Percy Quintaine" munter auf die Kessel und Becken einschlägt, fühlt man sich wieder wie in einem verrauchten Kellerloch. Doch stets wissen Steve Cobby und Dave McSherry, die Spannung aufzulösen und lassen sie in verträumte Tracks wie "DNA" oder "Mother Nature's spies" münden. Da kramen sie eine Mundharmonika genauso aus der Schublade wie singende Sägen, vehemente Gitarren, verworrene Polyrhythmen, afrikanische Gesänge und brodelnde Bässe. Jeder Klang wird an die Hand genommen und an die ihm zugewiesene Stelle im Klanggefüge gesetzt. Kein Drängeln, kein Schubsen - hier wird Gemütlichkeit groß geschrieben.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Bumblehaun
  • Motown coppers
  • Percival Quintaine
  • Nightfall

Tracklist

  1. Bumblehaun
  2. Motown coppers
  3. Spill the beans
  4. DNA
  5. We build arks
  6. It's a knockout
  7. Monte's utterance
  8. Percival Quintaine
  9. Nightfall
  10. Mother Nature's spies
  11. The green, green grass of homegrown

Gesamtspielzeit: 58:10 min.

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