The Sound Of The Mountain - The child of stereo in mono

The Sound Of The Mountain- The child of stereo in mono

Stressed Sumo
VÖ: 25.03.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der Berg wacht

Den Berg selbst kann man selten hören. Wenn der Berg nicht gerade ein Vulkan ist, registrieren höchstens empfindliche Messgeräte das leise Knirschen der Plattentektonik unter tausenden Tonnen von Granit, Basalt und Gneis. Der Berg an sich steht meist in guter Gesellschaft einfach in der Gegend herum, ohne sich großartig etwas aus den Tieren, Pflanzen und Schweizern zu machen, die auf ihm herumwuseln und wachsen. Wenn Berge reden könnten, würden sie uns unendlich lange Geschichten aus den vergangenen Jahrmillionen erzählen. Und wenn Berge eine Band gründen würden, wäre der Bassist der Frontmann.

Das jedenfalls machen uns The Sound Of The Mountain weis, denn auf "The child of stereo in mono" übernimmt der Viersaiter ungewöhnlich oft das Kommando. Nun ist das Problem, dass der Bass – zwar verstärkt, aber ohne Effekt-Firlefanz – ein recht großes, aber trotzdem ein akustisch unscheinbares Gerät ist - ganz wie der Berg. Vor allem im Kontext einer Rockband verschwindet er allzu häufig unter und hinter kreischenden Akkorden, heulenden Soli und geltungssüchtigen Leadsängern. Auf einen der letzteren verzichtet die Band daher komplett. Und die Gitarren tun hier zwar, was sie am besten können, stellen sich aber meist in den Dienst des Rhythmus.

So kommt es, dass der erste Aspekt, der auf "The child of stereo in mono" im Ohr bleibt, der treibende Basslauf ist, der elegant durch die flächigen Shoegaze-Gitarren von "Confessions of a English opium eater" tänzelt. The Sound Of The Mountain vollziehen keine komplette Verschiebung der Rollenerwartungen in der Konstellation ihrer Instrumente, aber die leicht exponierte Stellung des Rhythmusinstrumentes fügt ihrem gesanglosen Postrock eine Nuance hinzu, die althergebrachten Hörgewohnheiten ein bisschen herumschubst und so die Spannung hochhält.

In "They all say jeepers on the dirigible" ist es ein herzschlagartiges Pumpen, das sich durch flirrende Gitarrenschichten kämpft, im Mittelteil von "I could use a little help" ein schroff rumpelnder Sololauf, der den Song ganz alleine trägt. Selbst in den eher klassisch strukturierten Songs wie der sich stetig steigernden Postrock-Blaupause "The guns of the Navarone" oder dem rhythmisch vertrackten Acht-Minuten-Epos "We were a gentle stack" setzt der Bass einen ausdifferenzierten Kontrapunkt zu den wirbelnden Gitarren. Wenn man den Berg hören könnte, dann würde man wohl hören, wie er mit seinen steinigen Fingern die tiefe E-Saite zum Klingen bringt. Echo? Echo.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Confessions of a English opium eater
  • We were a gentle stack

Tracklist

  1. Confessions of a English opium eater
  2. I could use a little help
  3. They all say jeepers on the dirigible
  4. The guns of the Navarone
  5. We were a gentle stack
  6. Who will help this widow's son?
  7. I have found my soul cougar

Gesamtspielzeit: 45:15 min.

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