Mona - Mona

Mona- Mona

Zion Noiz / Island / Universal
VÖ: 13.05.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das nächste Morgen

Es ist eines der berühmtesten Zitate der Musikgeschichte: "Ich habe die Zukunft des Rock'n'Roll gesehen, und ihr Name ist Bruce Springsteen", schrieb der Musikjournalist Jon Landau 1974 euphorisiert nach einem Livekonzert-Besuch. Er sollte Recht behalten: Der "Boss" stieg wenig später zum Megastar auf, zur hemdsärmeligen Symbolfigur einer ganzen Epoche amerikanischer Geschichte. Ob Mona aus Nashville es jemals so weit bringen werden wie Springsteen, kann man zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht vorhersagen. Die Lobeshymnen der Musikpresse sind aber kaum weniger enthusiastisch als damals. Da muss die Frage erlaubt sein: Können vier verbissen dreinblickende Kerle, die in einem fanatisch religiösen Umfeld aufwuchsen und mit ihrem Lederjacke-meets-Pomade-Outfit völlig aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, die Zukunft des Rock sein?

Das selbstbetitelte Debütalbum lässt jedenfalls deutlich erahnen, worin die euphorische Berichterstattung begründet sein könnte. Mona haben es nicht nötig, sich selbst wichtiger zu nehmen als ihre Songs, denn die knallen auch so schon genug rein. Die elf schnörkellosen Lieder atmen Authentizität, Schweiß und ab und an sogar etwas Dreck - die Zutaten, aus denen alle denkwürdigen Rockplatten bestehen. Die Gitarrenarbeit ist präzise, aber nicht steril, die Rhythmussektion macht viel Druck, aber nie unnötigen Lärm. Und Sänger Nick Brown schwimmt mit seiner mal unaufringlichen, mal herrlich kehligen Stimme auf der Schaumkrone dieser Welle. Klingt sehr einfach, und das ist es im Grunde auch. Aber das richtige Maß finden eben nur wenige Bands, und Mona ist eine davon.

Doch ohne gute Songs wären all die guten Ansätze selbstverständlich keinen Pfifferling wert. Gut, dass die Nashville-Combo auch hier auf ganzer Linie überzeugen kann. Mit "Cloak and dagger" eröffnet eine waschechte Hymne das Album, mit "Listen to your love" folgt eine gnadenlos eingängige Hitsingle. Danach weiß der Hörer schon, dass hier sowieso nichts mehr schief gehen kann, doch Mona haben ihr Pulver noch längst nicht verschossen. "Taboo lights" hat ein Kraftwerk von einem Refrain in petto, und in "Pavement" lugt der Pop als willkommener Gast um die Ecke. Die größte Perle auf "Mona" dürfte jedoch der düstere Grooverocker "Shooting the moon" sein, in dem Brown gegen Ende seine Stimmbänder mit maximalem Effekt zerschreddert. Man könnte noch weitere Höhepunkte herauspicken, etwa die nächste Single "Teenager" oder den gefühlvollen Rausschmeißer "Alibis", doch viel wichtiger ist, dass es auf dem Album keinen einzigen Ausfall gibt. Mag äußerlich auch alles auf Hype hindeuten: Hier wächst etwas Großes heran. Mona haben sich die Lobeshymnen der Presse redlich verdient. Was sie daraus machen, wird die Zukunft des Rock zeigen.

(Mark Read)

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Highlights

  • Cloak and dagger
  • Lines in the sand
  • Taboo lights
  • Shooting the moon

Tracklist

  1. Cloak and dagger
  2. Listen to your love
  3. Teenager
  4. Lines in the sand
  5. Taboo lights
  6. Lean into the fall
  7. Say you will
  8. Shooting the moon
  9. Pavement
  10. Trouble on the way
  11. Alibis

Gesamtspielzeit: 35:12 min.

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  • MONA (28 Beiträge / Letzter am 23.12.2011 - 18:59 Uhr)