Ladi6 - The liberation of...

Ladi6- The liberation of...

Eskapaden / Soulfood
VÖ: 27.05.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Kiwiki

Zum Glück wirkt Berlin nicht auf jeden. Ladi6 hat zwar den Plan gefasst, sich für den nächsten Sommer in der Hauptstadt aufzuhalten, doch nachhaltigen Eindruck hat das Vorhaben auf ihre Musik nicht gemacht. Wäre auch schade, wenn sie sich auf einmal an Berghain-Minimal oder DeutschRap orientieren würde. Denn die Dame aus Neuseeland hat ihren ganz eigenen unbeschwerten Sound, der auf ihrer zweiten Platte "The liberation of..." den Kopf in den Wolken und die Füße mitten im Grünen hat. Fleißig summen da die Beats zwischen den Zehen, und die Sonne drückt den Takt vom Himmel. Dass dieser Sommertagstraum auch bei Sepalot, der sonst die Teller für Blumentopf dreht, gut ankam und er Ladi6 für sein Label Eskapaden signte, tropft da gleichgültig ab wie das Zitroneneis von der Waffel. Denn mit den gut gemeinten Versen der bayerischen Truppe hat "The liberation of..." nichts zu schaffen. Ladi6 geht bei aller Leichtigkeit dann doch tiefer.

Da ist etwa "Like water" mit so ziemlich einem der besten Beats zwischen Pazifik und Atlantik, der sich unter die Hook schraubt. Überhaupt sitzt die Platte musikalisch auf der Habenseite. Jeder Groove liegt bei Ladi6 artig wie die Handtücher auf den Liegestühlen. Das verschrobene "Burn with me" läuft nur auf Pump, und auch "Köln" entfaltet sich nach ein paar Durchgängen auf dem Trommelfell. Der Bass tankt da gierig aus dem Rhythmus. Ein paar Bläser schieben sich mehr und mehr in den Vordergrund. Dabei sind die meisten Tracks nicht einmal auffällig arrangiert, sondern einfach mit dem passenden Gefühl für die entsprechenden Minuten. "Jazmine D.L" enthält die Widmung für eine verstorbene Cousine von Ladi6 und bietet viel. Nur keine Traurigkeit. Denn das Lebensgefühl der Geehrten ist schlicht ein anderes gewesen. Unter der Oberfläche des Sounds bleibt immer noch eine Lücke, die sich stets füllt mit Ideen, Gedanken und Vibe.

Unter das stampfende "Goodday" befördert Ladi6 einfach selbst die Botschaft. Denn im Schmelztiegel von Gesang und Rap schafft sie es, ihrer Stimme eine Einzigartigkeit zu verleihen. Sie zähmt "98 til now" mit ein paar einfachen Zeilen ohne Probleme. Der dicke Beat schwimmt artig unter ihrem Flow dahin. Ladi6 hat einen Sound, der markant und frei von offensichtlichen Einflüssen aus jüngster Zeit ist. Die Neuseeländerin nabelt sich mit "The liberation of..." und dem Wissen um das eigene Können locker von dem Geschäft der Kollegen ab. Vergleiche braucht es in den eigenen Reihen mit ihrem Sound nicht. Dem würden nur wenige standhalten. Soul, Reggae, HipHop und Leidenschaft ankern auf "The liberation of..." alle am gleichen Strand. Regeln gibt es für die Sache nicht. Nur eine ungeschriebene Aufforderung. Einfach abtauchen im Sonnenbad.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Bang bang
  • Like water
  • Burn with me

Tracklist

  1. Bang bang
  2. Köln
  3. Jazmine D.L
  4. 98 til now
  5. Like water
  6. Norwest
  7. Burn with me
  8. Goodday
  9. Let it go
  10. Squid

Gesamtspielzeit: 37:41 min.

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