The Cars - Move like this

The Cars- Move like this

Concord / Universal
VÖ: 06.05.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die 80er Show

Man kennt das ja mittlerweile: Sie wollen es noch einmal wissen und hatten im Proberaum gleich wieder dieses Gefühl aus alten Zeiten. Auf das, was sie damals so auf die Beine gestellt haben, sind sie wahnsinnig stolz, aber auch das neue Material hat es selbstverständlich ganz schön in sich. Für den Reunions gewohnten Musikliebhaber klingen die Aussagen, mit denen die New-Wave-Institution The Cars ihr erstes Album seit zwanzig Jahren bewirbt, fast so vertraut wie das, was die Herren auf ihre neue Scheibe gepresst haben. "Move like this" ist die akustische Retro-Show für alle, die sich bei Olli Geissens entsprechenden Moderationsversuchen auf RTL immer gewaltig fremdschämen müssen.

Sich von den alten Wurzeln losreißen? Danach hat die Band kein großes Bedürfnis. Den Opener "Blue tip" mit einem derart nostalgischen Tetris-Synthie zu eröffnen, ist jedenfalls ein ähnlich eindeutiges Statement wie Neonstirnband oder Vokuhila: Hier klingt New Wave anno 2011 über weite Strecken nach Old Wave anno 1985 - mit allem, was dazugehört, im Guten wie im Schlechten. An den aufgekratzten, kurzsilbigen Refrains der Uptempo-Nummern wird ebenso wenig gerüttelt wie an den Synthie-Schwaden, auf denen grundsätzlich die Balladen schweben. Auch die Besetzung ist unverändert - natürlich abgesehen vom 2000 an Krebs verstorbenen Bassisten Benjamin Orr, der einst den Klassiker "Drive" schmachtete. Entsprechend ruht die vokale Verantwortung ganz auf Ric Ocasek, der sich - wen wundert's - genauso munter durch seine Gesangspassagen hickst wie früher. Den Spaß daran nimmt man ihm sofort ab - andere Comeback-Gründe sind auch nicht allzu wahrscheinlich bei jemandem, der als Produzent von Weezer, No Doubt, Nada Surf oder Bad Religion auch nach dem vorübergehenden Bandende kaum über Langeweile oder Erfolglosigkeit klagen konnte.

Als Retro-Trip funktioniert "Move like this" voll und ganz, als Album mal mehr, mal weniger. Ersteres, wenn "Free" und "Blue tip" als knackige Zappelnummern problemlos mitreißen, Letzeres, wenn "Drag on forever" trotz ähnlichem Baukastensatz irgendwie steif bleibt oder "Too late" in seiner Kombination von Mitsing-Melodien und klebrigen Synthesizern an einen Donut mit zu viel Zuckerguss erinnert. Der Refrain von "Sad song" wagt einen Ausflug in die Gegenwart, "Soon" hingegen schwelgt gnadenlos altmodisch umher und ist wohl gerade deswegen so herrlich schöner Halbkitsch - ein Beispiel für den schmalen Grat, den The Cars zwischen gutem oder flachem, eingängigem oder penetrantem Pop befahren. Etwas, das nicht direkt ins Ohr geht, ist in Ocaseks Songs schwierig zu finden. Was aber wirklich hängen bleibt, ist ebenfalls überschaubar. Und zumindest das ist ein Punkt, der damals ein bisschen anders aussah.

(Jana Fischer)

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Highlights

  • Soon
  • Hits me

Tracklist

  1. Blue tip
  2. Too late
  3. Keep on knocking
  4. Soon
  5. Sad song
  6. Free
  7. Drag on forever
  8. Take another look
  9. It's only
  10. Hits me

Gesamtspielzeit: 37:42 min.

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  • The Cars (9 Beiträge / Letzter am 10.05.2011 - 15:09 Uhr)

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