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Various Artists - If I was Prince

Various Artists- If I was Prince

Rex Rec / XL / Beggars / Connected
VÖ: 28.01.2002

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Der kleine Prinz

"Selbst der Kleinste kann Großes leisten", heißt es schon im Herr der Ringe. Doch es bedurfte keiner Weisheiten von J.R.R. Tolkien, um einen kleinen Menschen aus Minneapolis zum heißesten Musiker unter einem kirschroten Mond und seine Musik zur Ausgeburt von Sex zu machen. Natürlich ist die Rede von The Artist Formerly Called The Artist Formerly Called Prince. Immer ein wenig schwül, aber stets mit maximaler Leidenschaft bescherte uns Michael Jacksons angeblich ewiger Gegenspieler Hymnen wie "Purple rain", "When doves cry" und "Kiss". Er schrieb Songs wie "Manic monday" oder "Nothing compares 2 U" mit denen andere zu Weltstars wurden. Und trotz seiner Körpergröße von napoleonischen Ausmaßen ließ er nichts anbrennen, wenn es darum ging, den kleinen Prinz des Prinzen Golf spielen zu lassen.

Nein, nicht jeder war wie Prince Rogers Nelson. Und doch wollten viele so sein wie das 156 Zentimeter messende Popgöttchen, der experimentierte wie kaum ein anderer und doch in all seinem Eklektizismus meist zum Ziel kam. Um diesem ewigen Querkopf musikalischen Tribut zu zollen, benötigt es also eine angemessene Auswahl von weiteren Schrägdenkern. Für "If I was Prince" ließ man Chaoten wie die Op:l Bastards oder 7 Hurtz mit den Princeschen Originalen ins Bett steigen. Statt plumpen Schwanzlängenvergleichen nimmt man sich hier Zeit, um das gesamte Kamasutra durchzuprobieren. Dabei blieb oftmals vom Ursprung ähnlich viel übrig wie vom Motiv des legendären "Lovesexy"-Albums auf dem verpixelten Albumcover.

Wenn Simian "Under the cherry moon" mit in die Dreigroschenoper nehmen und Hefner zusammen mit "Controversy" ein paar "Blue lines" ziehen, wirken die einzelnen Neubearbeitungen noch überraschend und mitunter gar großartig. "Dance on" flackert im Breakbeat eines durchgeknallten Vibrators, Blue States lassen den Teer der "Alphabet street" aufkochen, und Bronze Age Fox zerlegen ein schüchternes "The most beautiful girl in the world" nach allen Regeln der Triphop-Kunst. Doch genau wie dem späten Werk des Artists oftmals die Kohärenz fehlte, verlieren sich viele der lasziven Wiederaufführungen im Laufe des Albums in der Zügellosigkeit. Wo sich die schwitzenden Originale noch an die gemeinsame Stimme klammern konnten, finden die Fälschungen zu wenig Bindung. Selbst wenn am Ende Misty Dixon mit einem knisternden "The beautiful ones" dem Kitsch ein Schnippchen schlagen, stellt man fest, daß es wohl doch die führende Hand eines Genies braucht, um den Ausschweifungen Herr zu werden. Und dies obwohl der große Meister seine Pfoten sicherlich mal wieder in fremden Hosen stecken hat.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Under a cherry moon (Simian)
  • Controversy (Hefner)
  • The most beautiful girl in the world (Bronze Age Fox)

Tracklist

  1. Sexy dancer (7 Hurtz with Peaches and Bitch Lap Lap)
  2. Annie Christian (Fort Lauderdale)
  3. If I was your girlfriend (Op:l Bastards)
  4. Dance on (Capitol K)
  5. Under the cherry moon (Simian)
  6. The ballad of Dorothy Parker (Broadway Project with Jeb Loy Nichols)
  7. Controversy (Hefner)
  8. The most beautiful girl in the world (Bronze Age Fox)
  9. Alphabet street (Blue States)
  10. The beautiful ones (Misty Dixon)

Gesamtspielzeit: 44:10 min.

Referenzen

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