Pendragon - Passion

Pendragon- Passion

Madfish / Snapper / Edel
VÖ: 15.04.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Spätzünder

Hier mal wieder Futter für alle Hobby-Haarspalter und Wettbegeisterte: Das Etikett "Begründer des Neo-Prog" gebührt mitnichten Marillion alleine. Denn auch wenn seinerzeit "Script for a jester's tear" progressive Musik aus der Lethargie befreite, so waren es doch Pendragon, die es in der Hochzeit des Punk 1978 wagten, den verkrusteten Artrock mit ebenjenen kompakten Songstrukturen zu verheiraten. Ungünstig nur, dass schlanke sieben Lenze später, im Erscheinungsjahr des Debüts "The jewel", Marillion längst den kommerziellen Durchbruch geschafft hatten, während Pendragon den steinigen Weg des Undergrounds gingen.

"Passion" ist denn auch nach über 30 Jahren Bandgeschichte tatsächlich die erste Platte, die über ein "richtiges" Label veröffentlicht wird. In einer Zeit, in der selbst die alten Frickler von Van Der Graaf Generator wieder Alben veröffentlichen, hat ein fundierter Vertriebsapparat durchaus Sinn. Musikalisch hat diese Entscheidung dankenswerterweise keinen Einfluss, denn "Passion" kann von äußeren Einflüssen unbehelligt auf das solide Fundament aufbauen, das 2008 mit dem aufsehenerregenden "Pure" gelegt worden ist.

Während "Pure" allerdings mitunter daran zu knabbern hatte, dass Bandkopf Nick Barrett neue, modernere Einflüsse einbrachte, so klingt "Passion" deutlich runder. Das betrifft vor allem den Titeltrack, der zunächst mit untypisch heftigen Riffs startet, gegen Ende jedoch von düsteren Synth-Wänden umzingelt wird. Diese dezenten Anleihen an Porcupine Tree werden mit "Feeding frenzy" umso deutlicher, vereinigen sich hier doch treibende Riffs, ein drückender Bass und Clive Nolans bisweilen wahnwitziger Keyboard-Stil auf höchst gelungene Weise. Spätestens bei "Skara Brae" zeigt sich im Übrigen, warum Nolan zu den Großen seiner Zunft zu zählen ist.

Was allerdings das Jodeln (sic!) am Ende des zunächst süffig-melodiösen, später furiosen "This green and pleasant land" verloren hat, weiß wohl nur Barrett selbst. Angesichts des wunderschönen "Your black heart", das einmal mehr zeigt, dass griffige Melodien und mehrstimmige Refrains sehr wohl zum Progressive Rock passen können, ist das allerdings nur eine Skurrilität am Rande. Ganz und gar nicht abgehoben hingegen ist die Erkenntnis, dass Pendragon - trotz des jahrzehntelangen Daseins als Geheimtipp - heutzutage relevanter für das Genre sind als so manch ehemals großer Name.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Feeding frenzy
  • Skara Brae
  • Your black heart

Tracklist

  1. Passion
  2. Empathy
  3. Feeding frenzy
  4. This green and pleasant land
  5. It's just a matter of not getting caught
  6. Skara Brae
  7. Your black heart

Gesamtspielzeit: 54:48 min.

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