The Head And The Heart - The Head And The Heart

The Head And The Heart- The Head And The Heart

Heavenly / Cooperative / Universal
VÖ: 22.04.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Picknicker

Das nennt man dann wohl Senkrechtstart: Eineinhalb Jahre nach Bandgründung zählen The Head And The Heart schon zur Speerspitze der neuen Folk-Szene, die sich um traditionsbewusste Gruppen wie The Low Anthem oder Fleet Foxes gebildet hat. Dabei ist ihr Debüt nicht einmal brandneu: Sie veröffentlichten die LP letzten Sommer bereits auf eigene Faust. Mit größerem Label im Rücken lassen sich jedoch leichter die College-Radios und iPods hübscher Mädchen erobern. Die Songs auf "The Head And The Heart" haben jedenfalls die Qualität dazu. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis die zehn Stücke in sämtlichen Mode-Boutiquen als Hintergrundmusik missbraucht werden. Die Gefahr des Overkills ist gegeben, doch davon sollte man sich nicht aus der Spur bringen lassen.

Der Sound des Sextetts ist natürlich momentan sehr gefragt, insbesondere nachdem die gefeierten Mumford & Sons in den letzten zwei Jahren für einen Popularitätsschub sorgten. Eine gut abgehangene, rauchige Stimme, sowie klare, folklastige Akustikgitarren, hier und da ein schweres Piano - das sind wichtige Elemente im Baukasten. Was sich vielleicht etwas nüchtern liest, ist im Grunde jedoch sehr beruhigend: Egal, wie stereotyp eine Band in Outfit, Auftreten und Besetzung auch sein mag, am Ende entscheiden die Songs über Wohl und Wehe eines Albums. Im Umkehrschluss erwächst daraus die Erkenntnis, dass The Head And The Heart für ihren ersten Streich fast alles richtig gemacht haben. Der Frühling 2011 jedenfalls ist ohne Stücke wie "Honey come home" oder "Lost in my mind" mittlerweile kaum vorstellbar. Ein Etikett gefällig? Wald- und Wiesenfolkrock für Menschen mit besonders weichen Picknickdecken. Kann man hassen, sollte man aber eigentlich mögen.

Die Songs von The Head And The Heart sind klassisch reduziert, spielen mit religiöser Symbolik und zeigen darin ihre tiefe Verwurzelung im US-Folk aller Jahrzehnte. Ähnlich wie Fleet Foxes - Kollegen, Labelmates und bärtige Brüder im Geiste - setzen sie auf Harmoniegesang, auch wenn dieser selten so meditativ daherkommt wie nebenan. Nichtsdestotrotz gelingt es ihnen, Stücke von dermaßen tiefer Herzlichkeit zu schreiben, wobei an dieser Stelle insbesondere das herrlich melancholische "Down in the valley" genannt werden soll. Irgendwo zwischen Edward Sharpe & The Magnetic Zeros und Mumford & Sons ist noch Platz auf der riesigen Spielwiese Folkrock. Auch wenn nicht alle Stücke von solcher Warmherzigkeit sind, überzeugt die Platte. "Honey come home" wird zur Hymne aller Verlassenen: "I think of all this time / That we have wasted with all our fighting and I cry / Just want to die with the one I love beside me." Alter Wein aus neuen Schläuchen muss nicht immer scheiße schmecken. Wir nehmen dann noch 'nen Schluck. Cheers!

(Kevin Holtmann)

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Highlights

  • Down in the valley
  • Honey come home
  • Lost in my mind

Tracklist

  1. Cats and dogs
  2. Cœur d'Alene
  3. Ghosts
  4. Down in the valley
  5. Rivers and roads
  6. Honey come home
  7. Lost in my mind
  8. Winter song
  9. Sounds like hallelujah
  10. Heaven go easy on me

Gesamtspielzeit: 39:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
horst
2011-04-29 08:06:53 Uhr
Besser eine späte Rezension als gar keine, sag ich!
Dipl.-Ing. Nierske
2011-04-21 07:38:05 Uhr
Auch von meiner Seite mal einen Link

http://www.youtube.com/watch?v=Ero6mzzovl4
The Triumph of Our Tired Eyes
2011-04-21 07:32:05 Uhr
Kein Geheimtipp mehr, aber trotzdem eine Erwähnung wert. Wunderschöner Indie-Folk, mal langsam, mal beschwingter, aber immer fabelhaft arrangiert und instrumentiert. Veröffentlichen gerade ihr Debüt-Album über Sub Pop.

http://www.myspace.com/theheadandtheheart

thanking duck
2011-04-19 22:47:55 Uhr
sänk ju for nasing!
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