About Group - Start and complete

About Group- Start and complete

Domino / GoodToGo
VÖ: 08.04.2011

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Hin und weg

Wer hat hier Supergroup gemurmelt? Mag sein. About Group sind Hot-Chip-Frontmann Alexis Taylor sowie Charles Hayward, Drummer der legendären experimentellen Post Punker This Heat, der ehemalige Spiritualized-Gitarrist John Coxon und die Jazz-Koryphäe Pat Thomas. Und legen nach ihrem schwer improvisierten Debüt bereits das zweite Album vor. Taylor ließ verlauten, er habe diesmal sogar richtige Songs geschrieben, statt sie erst mit der Band bei den Aufnahmen zu erfrickeln. Was in den für "Start and complete" angemieteten Räumlichkeiten an der Abbey Road auch ein teurer Spaß gewesen wäre. Also Instrumente gepackt und flugs losmusiziert. Studiozeit: ein Tag. Hin und weg. So weit, so ambitioniert. Doch entweder hatte Taylor die erwähnten Songs in der Eile zu Hause vergessen - oder aber "Start and complete" legt offen, dass seine Schreiberqualitäten schnell an Vollkommenheit einbüßen, lässt man den druckvollen Indie-Funk und scharf knatternden Dance-Appeal der besten Stücke seiner Hauptband einmal weg.

Dabei hätte einiges aus diesem Album werden können: Haywards Schlagzeug kreist komplex um Thomas' Wurlitzer und den stimmungsvollen Twang aus Coxons Gitarre, und dass Taylors Stimme Soul hat, weiß man auch nicht erst seit gestern. Doch solche Fertigkeiten nützen eben herzlich wenig, wenn sich kompetentes Personal hauptsächlich mit belanglosem bis missratenem Rohmaterial herumärgern muss. Und auch vereinzelte Aktivposten vermögen "Start and complete" nicht vom Mief einer allzu langatmigen Jam-Session zu befreien. Auftritt "Don't worry", das zu Anfang ein hübsches Paketchen bluesige Entspanntheit mit saftigen Drums als dynamisches Metronom schnürt. So könnte es weitergehen.

Auch die sich ständig verschiebende Version von Harvey Avernes Soul-Klassiker "You're no good" lässt kurz nach der Mitte aufhorchen, obwohl sie mit über zehn Minuten Spielzeit mitunter gefährlich nah am Muckertum vorbeirauscht. "A sinking song" täuscht zumindest am Anfang noch Schwung und Spannungsbogen vor, ehe auch dieses Stück im Niemandsland versumpft. Wie das meiste auf "Start and complete" - so ist es eben manchmal, wenn Musiker aus gegensätzlichen Bands gemeinsame Sache machen, dabei das eine nicht tun und dafür das andere lassen.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Don't worry
  • You're no good

Tracklist

  1. Married to the sea (a)
  2. Don't worry
  3. With each new day
  4. Repair man
  5. Lay me down
  6. A perspective
  7. There's a way to end this run of doubt
  8. A sinking song
  9. Nothing but words
  10. You're no good
  11. Rough and smooth
  12. Start and complete
  13. Dreamt I saw you late last night
  14. Married to the sea (b)

Gesamtspielzeit: 47:09 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
washpower
2011-05-06 00:54:50 Uhr
7,5. Gültige Bewertung.
ultimate
2011-05-03 15:46:51 Uhr
ich: 5,52
BTW
2011-05-03 15:25:03 Uhr
SPON: 8/10

Das Herzstück des Albums aber stammt von dem großen Minimalisten Terry Riley, der einst, 1967, Harvey Avernes Song "You're No Good" kosmisch-psychedelisch durch die Mangel drehte - als eine Art Ur-Remix. Bei About Group wird dieser im Original 20 Minuten lange, hier nun auf 11 Minuten kondensierte Klassiker zur Übung in maximaler Konzentration bei größtmöglicher Looseness. Rebirth of the Cool.

Pitchfork: 7.2
LG
2011-05-02 23:50:49 Uhr
Auch die sich ständig verschiebende Version von Harvey Avernes Soul-Klassiker "You're no good" lässt kurz nach der Mitte aufhorchen, obwohl sie mit über zehn Minuten Spielzeit mitunter gefährlich nah am Muckertum vorbeirauscht.

Dieser Satz in der Rezension von Thomas Pilgrim ist IMO unglücklich formuliert, liest er sich doch als Kritik an der langen Spielzeit von "You're no good".
In diesem Fall hätte der Rezensent aber eher schlecht recherchiert, denn die Originalversion ist mit ca. 20 Minuten Dauer gut doppelt so lang...
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