Aiden - Disguises

Aiden- Disguises

Victory / Soulfood
VÖ: 01.04.2011

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Abgeschrieben

"Wer schreibt, der bleibt." So lautet eine altbekannte Weisheit, die sich Aiden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als (Über-)Lebensmotto auf die, nun ja, Fahnen geschrieben haben. So hat es zumindest den Anschein. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass eine eigentlich recht limitierte Band, die Anfang des letzten Jahrzehnts im Fahrwasser von My Chemical Romance oder AFI einen Griff in die Fleisch- und Schminktöpfe des Genres tätigen durfte, noch immer aktiv ist. Jetzt haben sie es schon wieder getan: neue Songs geschrieben und in Form des fünften Studioalbums unter das kajalverschmierte Volk geworfen.

Bezeichnend an der ganzen Angelegenheit ist, dass der beste Song auf "Disguises" gar nicht von den Jungs aus Seattle stammt. Denn erst mit Beginn der drittletzten Minute des gesamten Albums folgt der Moment, an dem man erstmalig so richtig aufhorcht, erst "Moment mal!" zu sich selbst sagt, bevor nach einigen weiteren Sekunden ein "Wusste ich es doch!" folgt. Mit den Worten "Shaking like a dog shittin' razorblades" beginnt nämlich wohl einer der besten und bekanntesten Songs, die das Genre bisher hervorgebracht hat. Natürlich nicht von Aiden, sondern von Alkaline Trio. Immerhin bekennt die Band hierbei Farbe und covert richtig, anstatt wie bisher unverhohlen hier und da mal etwas zu mopsen. Und zugegeben: Sänger William Francis und Konsorten gelingt eine düstere Version, die zwar irgendwie an Darth Vader am Piano erinnert, aber insgesamt doch überzeugt.

Das wiederum kann man von den vorhergegangenen 27 Minuten so nicht behaupten. Zieht man das einminütige Intro und ein Zitat des Religionskritikers Christopher Hitchens in Trackform ab, verbleiben acht Stücke, in denen Aiden ihr bekanntes Horror-Punk-Ding durchziehen. Oder eben das, was sie dafür halten und wofür zahlreiche US-Emogirls sie lieben. Dabei sind Songs wie "Horror queen", "Shine" oder "Hysteria" keineswegs gruselig oder schlotternd-schlecht. Hier ein wenig Gegröle, da etwas Backgroundgesang, immer treibend und im Refrain melodisch. Alles gut und schön. Nur leider beliebig, einfallslos und dann doch irgendwie schauderhaft. Zu viele Schreibfehler. Bitte setzen.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Shine
  • Radio

Tracklist

  1. The devils eyes
  2. Horror queen
  3. Malevolent conversion
  4. A portrait of the artist
  5. Shine
  6. The essence
  7. Hysteria
  8. Perfect muse
  9. Reevolver
  10. Walk among the dead
  11. Radio

Gesamtspielzeit: 30:38 min.

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