Obits - Moody, standard and poor

Obits- Moody, standard and poor

Sub Pop / Cargo
VÖ: 01.04.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Jubel, Trubel, Heiserkeit

Manchmal ist es recht einfach. Halsprobleme hatte Rick Froberg, seines Zeichens Sänger der New Yorker Band Obits, vielleicht schon beim Debüt "I blame you". War aber wurscht. Da wurde geschrien und gewütet, dass es ein wahres Fest für all jene Hörer war, die ihre aggressiven Neigungen auf künstlerische Art zum Ausdruck bringen wollten. Folglich wurde es nicht gerade ruhig in Frobergs Umfeld. Als sich dann die Aufnahmen zum zweiten Album "Moody, standard and poor" ankündigten, musste eine Lösung gefunden werden. Schreien, brüllen, laut aufjaulen - das alles macht zwar Spaß, war diesmal aber einfach nicht drin. Und egal, wer auf die folgende glorreiche Idee kam, ihm gehört ein Ehrenplatz in der ersten Reihe aller kommenden Konzerte versprochen. Statt seiner Kehle mit außerordentlich lauten Tönen mehr und mehr zu schaden, sollte Froberg doch einfach einen Gang zurückschalten und sich mehr um die Melodik als um die Lautstärke seiner Stimme kümmern. Brillant!

Denn war das Debüt der Obits zwar in sich stimmig, so versagten die Songs im Einzelnen zu oft in ihrer chaotischen Weise. Die zwölf Kracher auf "Moody, standard and poor" allerdings offenbaren nicht nur das musikalische Talent ihrer Schöpfer, nein, sie zeugen zudem durchaus von einem hohen Maß an Vielfältigkeit. Ein Opener wie "You gotta lose" gelingt nicht mal alteingesessenen Bands alle Tage, und während jener sich dank des eingängigen Riffs in Kombination mit dem rhythmischen Schlagzeugspiels in den Gehörgängen einnistet, warten Songs wie das rüpelhafte "Naked to the world" oder das im 3/4-Takt geradezu pumpende "Killer" nur allzu erwartungsvoll auf ihren Einsatz.

Das Instrumental "Spot the pikey" sorgt für eine kurze Verschnaufpause, ehe es mit dem schwitzigen "New August" in die nächste Runde geht. Erst, als der Spannungsbogen fast in die Gegenrichtung umschlägt, beginnt Froberg zu singen, woraufhin er im geradezu hypnotische Teil des Songs die Zeile "I'm so tired, tired of my dreams" so oft wiederholt, dass auch die elektrische Gitarre den Hörer kaum noch aus dem Traumzustand holen kann. Das von Gitarrist Sohrab Habibion gesungene "Standards" entwickelt sich erst ab der zweiten Hälfte zu einem echten Meisterwerk, während das fordernde "I want results" an die Sex Pistols erinnert. Stürmisch reizt Froberg seine Stimme bis aufs Äußerste aus, damit die Band den Song zum Ende hin im Soundwirrwarr versenken kann. Das ist der New Yorker Rock'n'Roll, wie man ihn im Jahr 2011 fast nicht mehr erwartet hätte - bevor man ihn von Obits mit Anlauf direkt vor die Füße gerotzt bekommt.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • You gotta lose
  • Killer
  • Standards
  • I blame myself

Tracklist

  1. You gotta lose
  2. I want results
  3. Everything looks better in the sun
  4. Killer
  5. Shift operator
  6. No fly list
  7. Naked to the world
  8. Spot the pikey
  9. New August
  10. Standards
  11. Beggin' dogs
  12. I blame myself

Gesamtspielzeit: 67:05 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
vheissu1
2013-03-24 16:01:32 Uhr
Im Sommer wieder in germany.
Wolffather
2012-05-04 01:01:28 Uhr
es ist so dermaßen ärgerlich, dass sie ausgerechnet am selben Tag in München spielen wie Mudhoney
vheissu1
2012-04-25 11:16:03 Uhr
Super,
24.05.2012 in München. Leider ohne mich, aber: Hingehen!!!
veissu1
2011-04-27 16:18:40 Uhr
Sind die auch mal in Deutschland auf Tour oder nur in Frankreich und Spanien?
wtf
2011-04-14 02:35:39 Uhr
4/10 User Durchschnitt? Hallo Community, gehts noch?
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