Amon Amarth - Surtur rising

Amon Amarth- Surtur rising

Metal Blade / SPV
VÖ: 25.03.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kennzeichen W

Für manche reduziert sich die gute alte skandinavische Zeit ja nach wie vor auf Stereotypen wie Wickie und Rollo den Wikinger oder auf gut gefüllte Trinkhörner und Humppa-artige Schunkelmusik. Amon Amarth und vor allem ihr Frontmann Johan Hegg entsprechen diesem Klischee optisch vollkommen, lässt gerade sein Phänotyp doch vermuten, er sei er gerade frisch vom Drachenboot gehüpft. Mittlerweile dürfte sich allerdings herumgesprochen haben, dass sich Hegg durchaus fundiert mit der skandinavischen Sagenwelt auseinanderzusetzen versteht.

Heute im Programm: Ragnarök, der finale Feierabend der nordischen Götter. Einer seiner Protagonisten ist Surtur, der Feuerriese, der durch den Weltenbrand eine der vier Katastrophen des erwähnten Untergangs auslöst. Der Soundtrack dazu: "War of the gods", der den Hörer mindestens genauso brachial umnietet wie Surtur in der Mythologie den Gott Freyr. Mehr noch: "War of the gods" ist die reine Essenz des Sounds von Amon Amarth, der Song, nach dem sich die Schweden eigentlich zur Ruhe setzen müssen: Riffs, donnernder als das Horn von Heimdall. Ein Schlagzeug, das sich wohltuend vom Tackeratack ach so moderner Bands abhebt und fulminant durch die Eingeweide stampft. Hegg, der sich die Seele aus dem Leib brüllt. Und dazu unfassbare Melodien und Soli der Gitarristen Olavi Mikkonen und Johan Söderberg.

Vieles hier steht im Zeichen des großen "W" - "W" wie "Wikinger". Denn ausgebreitete Arme oder wahlweise gereckte Fäuste bleiben auch im weiteren Verlauf die bevorzugte Pose, ob nun bei "Töck's taunt - Loke's treachery part II" oder dem vehement riffenden "Slaves of fear", das keinen Nackenmuskel heil lassen dürfte. Zumindest bei den Refrains, die im Vergleich zu "Twilight of the thunder god" noch mächtiger, noch eine Spur epischer geraten sind. Ansonsten sind die Veränderungen im Bandsound aber lediglich punktueller Natur. Hier mal eine Akustik-Gitarre, die die Berserker-Hymne "A beast am I" mit herrlicher Ennio-Morricone-Gedächtnis-Stimmung abschließt, dort ein paar stilsicher eingesetzte Streicher - darüber hinaus halten sich die Überraschungen im Rahmen.

Das mag der eine routiniert nennen und der andere als wenig innovativ abtun. Allerdings sind die Grenzen des Genres traditionell eng gesteckt, und ginge es nicht um schwedischen Death Metal, sondern um Motörhead, wäre von "gewohnter Qualität" die Rede. Doch Fakt ist auch hier: Amon Amarth arbeiten mittlerweile konstant auf höchstem Niveau und untermauern mit "Surtur rising" ihren Status als Speerspitze des Genres äußerst eindrucksvoll.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • War of the gods
  • Slaves of fear
  • Live without regrets
  • For victory or death

Tracklist

  1. War of the gods
  2. Töck's taunt - Loke's treachery part II
  3. Destroyer of the universe
  4. Slaves of fear
  5. Live without regrets
  6. The last stand of Frej
  7. For victory or death
  8. Wrath of the norsemen
  9. A beast am I
  10. Doom over dead man

Gesamtspielzeit: 48:47 min.

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