The Pains Of Being Pure At Heart - Belong

The Pains Of Being Pure At Heart- Belong

PIAS / Rough Trade
VÖ: 25.03.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die Herzchirurgen

The Pains Of Being Pure At Heart sind eine mutige Band. Auf ihrem frenetisch bejubelten Debüt spielten sie Twee-Pop im Shoegaze-Pelz, was jugendlich frisch, unverbraucht und auf sehr nonchalante Weise naiv klang. Für ihre zweite Platte "Belong" wird eine essentielle Zutat fast gänzlich subtrahiert: Die vier New Yorker verzichten größtenteils auf Feedback-Lärm, spielen puren, verträumten und natürlich herzschmerzgetränkten Indie-Pop. Das wird den ein oder anderen Anhänger der ersten Stunde mit Sicherheit verstören, spielt für die Band jedoch keine Rolle. Dass Genre-Bezeichnungen für sie Schall und Rauch sind, haben sie ja bereits in einigen Interviews kundgetan. Und "Belong" klingt immer noch voll und ganz nach The Pains Of Being Pure At Heart, da sind sich die vier Freunde sicher.

Der Sound ist mittlerweile deutlich breiter, die Gitarren klingen luftiger, die Synthies spielen eine merklich größere Rolle. All das dürfte auch auf die helfenden Hände im Studio zurückzuführen sein: Mit Produzent Flood und Mixer Alan Moulder hat die Band zwei absolute Pop-Profis an Land gezogen, die ihnen etwas mehr Glanz und Gesichtsfarbe verleihen. War dies nötig? Vermutlich nicht, doch Stagnation wollen Kip Berman und Co. vermeiden. Für eine junge Band, die mit einem sehr originären Sound bekannt und beliebt wurde, ist dies ein gewagter Schritt. Hier und da sind noch kleine Noise-Ausbrüche zu finden, die jedoch selten unkontrolliert wirken. Im Gegenteil: The Pains Of Being Pure At Heart nutzen die dezent lärmenden Passagen, um die Refrains noch heller leuchten zu lassen.

Natürlich lebt auch "Belong" - ähnlich wie der Vorgänger - von seiner Liebe zur Vergangenheit: Stücke wie "Heart in your heartbreak" oder "Anne with an E" wären auch auf dem seligen Indie-Label Sarah Records gut aufgehoben gewesen. Perlende Gitarren, dezente Keyboard-Flächen, schwelgerische Lyrics zwischen trauriger Selbstaufgabe und rosaroter Brille: Wenn The Pains Of Being Pure At Heart mit adoleszentem Augenzwinkern den musikalischen Geist britischer Achtziger-Bands konservieren und mit schlingernden Shoegaze-Momenten vermengen, ist Eklektizismus das größtmögliche Lob, das man einer Band im Jahr 2011 noch machen kann.

Dabei fängt dieses Album mit einem herrlich klassischen Rockmoment an: Das Titelstück gemahnt an die guten Zeiten der Smashing Pumpkins, als Billy Corgan trotz seines Über-Egos noch fabelhafte Stücke komponierte. Schön, dass die vier Mittzwanziger im Gegensatz dazu recht bodenständig rüberkommen. Große Gesten und geschliffene Worte sind ihre Sache nicht. Lieber schreiben sie smarte Songs wie "Heart in your heartbreak" oder "Even in dreams" und feiern mit Sätzen wie "I wonder what it's like / To be liked" die eigene Befindlichkeit. "Belong" zeigt eine junge Band, die sich nicht davor scheut, das eigene Innenleben zu thematisieren - egal wie kitschig das sein mag. Ob das noch hip ist? Keine Ahnung. Es fühlt sich jedenfalls verdammt gut an. Denn hier wird noch am offenen Herzen operiert.

(Kevin Holtmann)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Belong
  • Heart in your heartbreak
  • Even in dreams
  • My terrible friend

Tracklist

  1. Belong
  2. Heaven's gonna happen now
  3. Heart in your heartbreak
  4. The body
  5. Anne with an E
  6. Even in dreams
  7. My terrible friend
  8. Girl of 1,000 dreams
  9. Too tough
  10. Strange

Gesamtspielzeit: 39:19 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

2011-12-01 18:56:17 Uhr
Pfui, dieser basddsa ist schon ein kleines Rackerchen!
basddsa
2011-12-01 18:54:47 Uhr
Das wird dann hoffentlich ähnlich so hot wie neulich beim Konzert von St. Vincent in Köln:

Ich war anwesend bei dem Gig. Die Platte ist ja schon mein Favorit des Jahres, dachte ich mir:
Gehst du eben mal auf das Konzert. Und es war eine Offenbarung!
Hab's mir erst einmal mit meiner Bionade an der Bar so richtig gutgehen lassen. Plötzlich lächelte mich so ein hübscher gutaussehender Mann am Latte-Café schräg gegenüber charmant an und kam direkt auf mich zu.
Da wusste ich schon: Heute wird ein besonderer Abend. Hab ihn dann quasi knutschend förmlich auf Toilette gezerrt und er hat's unter lauten Stöhnen (war schon etwas peinlich, aber was soll’s!? hihi) meiner Rosette so richtig gezeigt. Köln ist einfach das richtige Pflaster für sowas.
Leider hab ich ihn nach diesem perfekten Moment nicht mehr angetroffen. Mir ist auch vor lauter Erregung nicht aufgefallen, dass wir, während er mich durchgebumst hat, das halbe Konzert verpasst haben. Mir war das herzlichst egal, bis auf die Tatsache, dass ich wohl bald sowas nicht wieder erleben werde.
Das Einzige, was mir geblieben ist, war sein warmer Kot an meinen Fingern, als ich meine Hand in seinem - na ihr wisst ja schon ;) - hatte.
*seufz*
Ach ja, fast vergessen, zur Musik: Ganz ok. Hab ja nicht so viel mitgekriegt, bis auf eines:
Im Mittelteil von "Cruel" hat er in mir abgespritzt.
Verrückt, oder?
basddsa
2011-12-01 18:40:37 Uhr
Und dann hör ich mir das Album bei einer Flasche Rotwein mit meinem gutaussehenden Nachbarn an.
Lemmy Kilmister
2011-12-01 18:11:19 Uhr
Die sind doch gar nicht so brav und spießig.
In Minute 1:08 macht der eine Gitarrist was ganz unbraves, das hätte ich von denen nie gedacht.
koe
2011-12-01 17:13:50 Uhr
Und deswegen machen wir auch heute so tolle Musik. So ist das eben als Musiker, krass als Teenager equals gute Musik machen.... .
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum