William Fitzsimmons - Gold in the shadow

William Fitzsimmons- Gold in the shadow

Grönland / Rough Trade
VÖ: 25.03.2011

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Satte Farben nach Schwarz

Die vergangenen zwei Jahre müssen wie eine Wiedergeburt für William Fitzsimmons gewesen sein. Im Jahr 2008 veröffentlichte der Songwriter aus Illinois das düstere "The sparrow and the crow", auf dem er die Scheidung von seiner Frau nach fast zehn Jahren Ehe verarbeitete. Anstatt sich am persönlichen Tiefpunkt aufzugeben, rappelte sich Fitzsimmons wieder auf und versuchte, die Scherben seines zerbrochenen Lebens aufzusammeln, bunter zu bemalen und anders wieder zusammenzukleben. Dem Ergebnis "Gold in the shadow" hört man an, dass noch nicht jedes einzelne Teil wieder an seinem Platz ist. Das vierte Studioalbum von Fitzsimmons erzählt aber die Geschichte eines Mannes, der sich erneut auf der Suche befindet.

"Gold in the shadow" ist ungleich optimistischer als sein Vorgänger. Auch wenn die Verarbeitung der vergangenen Jahre vor der Wiederbelebung noch nicht ganz abgeschlossen ist. "Gold in the shadow" beschreibt vielmehr Fitzsimmons' Anstieg hinaus aus dem persönlichen Loch. Zu schwelgerischem Piano besingt Fitzsimmons mit säuselnder Stimme gar das "Beautiful girl" und fleht: "Let the sunrise come again." Nach und nach berappelt sich der gute Mann und wirft in "The winter from her leaving" fast fröhlich einen Blick zurück auf die dunklen Monate rund um "The sparrow and the crow". Fitzsimmons reflektiert zu elektronischeren Klängen in "Fade and return" seinen Weg zurück ins Leben und beschließt diesen in "What hold" mit Worten wie "Would you bend these bars that hold you / Keep you from the peace and stillness come / And lay your head beside a better burden / Until the heal has come / You will see sunlight again." Am Ende des Prozesses ist Fitzsimmons mit sich und der Vergangenheit weitestgehend im Reinen. Das Herz ist frei und der Blick wieder nach vorne gerichtet.

So bewegend "Gold in the shadow" in seinen Einzelteilen auch sein mag - wenn man einmal ehrlich ist, dann war der Vorgänger intensiver. Und ohnehin hat Elliott Smith das alles schon einmal mit uns durchgemacht, und zwar ungleich intensiver. Diesem Album fehlt in letzter Instanz der große Bogen, der die einzelnen Songs zu einem Ganzen schweißt. Nichtsdestotrotz ist auch "Gold in the shadow" ein wichtiges Album geworden, weil es hilft, den - so ist zu hören - etwas schwierigen Charakter Fitzsimmons' zu verstehen. Im Grunde ist es wie mit den bunt übermalten Scherben: Jedes Stück zählt, um das Gesamte wieder intakt zu bekommen. Genau hier muss dieses Album eingeordnet werden. Es gibt viele Andeutungen, viele Richtungen, in die der Sänger in Zukunft gehen könnte. "Gold in the shadow" ist in sich aber noch unentschlossen und etwas unausgegoren. Hauptsache William Fitzsimmons ist wieder auf dem Weg der Heilung. Herzlich willkommen zurück.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • The tide pulls from the moon
  • The winter from her leaving
  • What hold

Tracklist

  1. The tide pulls from the moon
  2. Beautiful girl
  3. The winter from her leaving
  4. Fade and then return
  5. Psychasthenia
  6. Bird of winter prey
  7. Let you break (feat. Leigh Nash)
  8. Wounded head
  9. Tied to me
  10. What hold

Gesamtspielzeit: 37:49 min.

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User Beitrag
Fitze Fitze Fatze
2013-11-13 10:10:16 Uhr
lieder auch in reduzierter form

Wie soll das gehen? Säuselt er da noch mehr?

musie

Postings: 2355

Registriert seit 14.06.2013

2013-11-13 09:46:48 Uhr
und zweieinhalb jahre nach dem letzten eintrag hör ichs immer noch gerne. die lieder haben ihren reiz nicht verloren. auf der limitierten ausgabe gibts die lieder auch in reduzierter form sowie den titelsong. ist mein lieblingsalbum von ihm geworden.
musie
2011-05-20 14:38:03 Uhr
man kann das langweilig finden. man kann die neue foo fighters langweilig angestrengt finden. schon klar. für mich bisher das schönste album dieser art 2011.
iwie
2011-05-20 11:24:58 Uhr
gaaaaanz ganz duuummme redewendung
Mein Urteil:
2011-05-20 11:20:05 Uhr
betroffenheits-ElliottSmith für gaaanz ganz arme...
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