Dropkick Murphys - Going out in style

Dropkick Murphys- Going out in style

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 25.02.2011

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Oh baby, baby streichzart

Was ist eigentlich typisch irisch? Ganz einfach: Fast schon kitschig schöne Wiesen, auf denen die glücklichsten Kühe der Welt tagein, tagaus das saftige Grün verzehren, um der Menschheit die Basis für einen streichzarten, reinen, geschmackvollen und obendrein ökologisch unbedenklichen Brotaufstrich zu liefern. Vermittelt einem die Werbung. Dass darüber hinaus der ungemein trinkfeste und extrem sangesfreudige Geschichtenerzähler aus dem Pub nebenan ebenfalls irgendwie typisch irisch ist, vermittelt einem die jahrelange Kneipenerfahrung. Wobei wir direkt bei der irischen Übersee-Zentrale aus Boston wären. Al Barr und seine Mannen haben auch auf dem nunmehr siebten Studioalbum eine Geschichte zu erzählen.

Und zwar die eines gewissen Cornelius Larkin, der vermutlich exemplarisch für unzählige irische Auswanderer stehen dürfte. In einer Art Retrospektive wird erzählt, wie er als Teenager nach Amerika kam, im Koreakrieg diente, jung heiratete, für ordentlich Nachwuchs sorgte, ebenso hart arbeiten musste und so weiter und so fort. Ob all diese Geschichten wahr sind oder einfach nur seit Generationen in den Pubs weitererzählt werden, ist eigentlich auch egal. Man kennt das ja aus Filmen. Und ob der durchschnittliche Dropkick-Murphys-Fan irgendwelche Inhalte hinterfragt, während die Bostoner Herrschaften mit "Hang 'em high" und "Going out in style" den diesjährigen Reigen in gewohnt folkpunkiger Manier eröffnen, sei mal dahingestellt. Vielmehr wird er sagen: "Halt, die Stimmen kenne ich doch!" Die Rede ist von Fat Mike (NOFX) und Chris Cheney (The Living End), die Al Barr beim Titeltrack stimmlich unter die Arme greifen.

Doch das fröhliche Beisammensein bekommt noch prominenteren Besuch. Und zwar vom Boss höchstpersönlich. Eigentlich schien diese Zusammenarbeit auch schon längst überfällig, passt Springsteens Reibeisenstimme doch perfekt zu Barrs Organ, während beide eine Laune machende Coverversion des uralten Volksliedes "Peg o' my heart" zum Besten geben. Punkiger kann ein Liebeslied kaum sein. Und sonst? An der Ostküste leider nichts Neues soweit. Songs wie "The hardest mile", "Climbing a chair to bed", "Deeds not words", "The irish rover" oder das so herrlich betitelte "Sunday hardcore matinee" würden einen guten Soundtrack für eine zünftige Sause abgeben, während "Cruel", "Broken hymns" oder "1953" in ihrer rührseligen Dudelsack-Melancholie den morgendlichen Kater begleiten dürften. Für diejenigen, die noch immer nicht genug davon haben, ist insofern alles in Butter.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Going out in style
  • Sunday hardcore matinee
  • Peg o' my heart

Tracklist

  1. Hang 'em high
  2. Going out in style
  3. The hardest mile
  4. Cruel
  5. Memorial day
  6. Climbing a chair to bed
  7. Broken hymns
  8. Deeds not words
  9. Take 'em down
  10. Sunday hardcore matinee
  11. 1953
  12. Peg o' my heart
  13. The irish rover

Gesamtspielzeit: 45:49 min.

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