Space Invadas - Soul:Fi

Space Invadas- Soul:Fi

Invada / BBE / Al!ve
VÖ: 01.03.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Fliegende Untermasse

Erwartungen sind Schweine. Nicht dass Produzent Katalyst, der mit Geoff Barrow von Portishead das Invada Label betreibt, oder Steve Spacek, Teil der Spacek-Kombo, bei der schon von den "Radiohead des Soul" die Rede war, irgendwas auf das muntere Referenz-Dropping der Presse geben würden. Doch dann benennen sie ihr gemeinsames Projekt nach einem der erfolgreichsten Videospiele aller Zeiten, das längst Einzug in die Popkultur gehalten hat, und türmen somit den Glauben an die "Space Invadas" in die Höhe. Nach der EP "Done it again" schlägt nun mit "Soul:Fi" auch das Debüt den Weg aus der Umlaufbahn Richtung Erde ein. Ein Treffen der Generationen. Soul bleibt zwar das Mutterschiff, aber permanent surren Funk, Groove, Hip- und Trip-Hop durch die Bude. Der Futurismus bleibt eben nur ein loses Versprechen, das sich hier nie erfüllt. Da kann "Original" noch so viel am Laptop rütteln.

Es braucht aber auch keine freakiges Soundgewand, um den Vibe hier durch die Röhre Richtung Orbit zu blasen. "Recognise" feuert seinen hektischen Beat wie das Herzrasen eines Karnickels durch die Boxen. Spacek drosselt das Tempo mittels Stimme und Rhythmus ein wenig, sodass der Song stetig kurz vor dem Zerreißen steht. Langsam pirscht sich "Closer" ans Trommelfell, lässt sein Inneres vor sich hin treiben. Leicht neben der Spur zieht sich das Abheben von "Rise" über die Melodie, bevor dann der Kosmos von "Soul:Fi" mal eben auch noch "Ready or not" schluckt, dem Delfonics-Track, dem die Fugees das Hit-Potenzial einflößten. Die Rhymes haut Dank in die Nummer. Die Space Invadas geben den Features jeweils den passenden Raum, fügen sie astrein in den Klang von "Soul:Fi" ein. Durchweg verläuft alles in den geplanten Bahnen.

Nichts springt aus der Spur, doch deswegen ist "Soul:Fi" nicht überraschungsarm. Der leise Drive, der dann doch noch "Done it again" zum Ende hin per Orgel durchreitet, oder der Bums, mit dem sich der Bass von "Way we feel" Hälse wirft, lässt den Kopf sanft mitgehen. Die Space Invadas verteidigen ihre Basis mit allen Mitteln und, wenn nichts mehr hilft, mit den abwegigsten Cheats, die sich so in die Konsole schleichen. Der Sound ist der Kern, um den sich die Stimmen, Samples und Features spannen; eine fliegende Untermasse, die ständig in Bewegung bleibt. Unaufgeregt zieht "Soul:Fi" die Aufmerksamkeit auf sich. Alles ist in sich passend, keine Lücke bleibt in der Musik zurück. Melodien verfliegen im Raum. Regelmäßigkeiten lassen sich ausmachen, sind dann aber doch nur bloße Zufallserscheinungen. Die Space Invadas wissen genau, was sie hier veranstalten, und wie sie den Sound formen müssen. Auch ohne Update.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Imaginist
  • Recognise
  • Closer

Tracklist

  1. Soul transportation
  2. Imaginist
  3. Original (feat. Buff 1 & Ru C.L)
  4. Super sweet (feat. Fantine)
  5. Soul ship (Interlude)
  6. Recognise
  7. Life (feat. Jade Macrae)
  8. See em hear em
  9. One child
  10. Listen
  11. Closer
  12. Rise
  13. Ready or not (feat. Dank)
  14. Give me the love
  15. Check it out (Interlude)
  16. Done it again
  17. Way we feel
  18. So strong

Gesamtspielzeit: 54:00 min.

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