Bullet - Highway pirates

Bullet- Highway pirates

Black Lodge / Rough Trade
VÖ: 18.02.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Gute Zeiten, alte Zeiten

Gar keine Frage: Natürlich war früher alles besser. Warum wohl sprießen Bands, deren Mitglieder die Söhne ihrer Vorbilder sein könnten, wie Pilze aus dem Boden? Nehmen wir nur einmal Airbourne, die so unbekümmert durchs australische Outback rotzrocken wie die heranwachsenden Brüder Young weiland mit AC/DC. Nur Motörhead sind gleich ihre eigene Revivalband und nehmen auf dem Weg ins Studio nicht das Taxi, sondern die Zeitmaschine. Wobei Lemmy gleichzeitig sein eigenes Museum ist.

Auftritt also für eine junge schwedische Truppe, die alles andere als revolutionär ist. Deren Songtitel und Lyrics so tief gelegt sind wie die verbeulte Kiste auf dem Cover. Und deren Sound ähnlich verranzt klingt, wie die an selbiger Karre herumlungernden Typen aussehen. Und doch bleibt nach wenigen Sekunden kein Auge trocken. Denn die Bande um den laufenden Kubikmeter mit dem gar lustigen Pseudonym Hell Hofer klingt auf dem Titeltrack dermaßen authentisch nach den Accept der frühen Achtziger, dass man sich statt Hofers Gesang locker die Kreissägenvocals von Udo Dirkschneider dazudenken kann.

Was Airbourne also recht ist, darf Bullet getrost billig sein. Da grüßt "Stay wild" zwischendurch fröhlich gen Australien und huldigt "Fire and dynamite" erneut den Solinger Metal-Pionieren. Bei einer so enthusiastischen Hommage an die Musik der eigenen Jugend darf dann auch ein Song wie "Knuckleduster" etwas, nun ja, angestaubt klingen - allein das doppelläufige Solo und die folgende Bridge auf "Into the night" sind allerdings mehr als Entschädigung dafür.

Wer jetzt meint, all das sei eine Sammlung von Versatzstücken traditionalistischer Heldenverehrung, hat zum Teil sicherlich Recht. Wer damit allerdings die als überaus kritisch berüchtigte Anhängerschaft von AC/DC im ausverkauften Göteborger Ullevi-Stadion rocken kann, muss etwas richtig gemacht haben. Bullet vermögen den ungeschliffenen Charme der Frühzeit des Metal problemlos in die Neuzeit zu retten, erweisen sich so als Airbournes Brüder im Geiste - und wirken dabei ehrlicher als die Gründerväter Accept, über deren Neustart mit neuem Sänger die Meinungen durchaus geteilt sein dürfen. Das alles ist natürlich im Wortsinn altmodisch. Aber ganz sicher nicht altbacken.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Highway pirates
  • Stay wild
  • Into the night

Tracklist

  1. Highway pirates
  2. Back on the road
  3. Stay wild
  4. Blood run hot
  5. Fire and dynamite
  6. Down and out
  7. Knuckleduster
  8. Heavy metal dynamite
  9. Citylights
  10. Into the night

Gesamtspielzeit: 39:25 min.

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