The Fall - Are you are missing winner?

The Fall- Are you are missing winner?

Cog Sinister / EFA
VÖ: 26.10.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Letztes Arschloch vor der Autobahn

Der Pop-Theoretiker Diedrich Diedrichsen schrieb mal über den The Fall-Kopf Mark E. Smith, daß einer noch so eigen sein könne, so unverständlich, so genial, daß er durch rücksichtslose, bearbeitende Wiederholung seines Beitrags sich dennoch immer und immer mehr Gehör verschaffen und sich unentbehrlich machen werde - wie ungerecht auch immer die Welt sein möge. Das ist 15 Jahre her. Smith hat seine Firma in den letzten Jahren allerdings erheblich runtergewirtschaftet, wechselt seine Labels so oft, wie andere Leute ihre Unterhosen, verprügelt Mitmusiker und Lebenspartnerinnen und hält sich auch sonst an wenig Abmachungen, außer ein konsequentes Opfer seiner selbst zu sein. Oder ist Smith etwa doch ein Täter?

Trotz allem ist ein neues Lebenszeichen aus dem Hause The Fall für meine Begriffe nach wie vor ein berechtigtes Lebenszeichen. Egal ob es nun das reguläre 20., 21. oder 22. Album ist, wohl niemand wird befähigt sein hier ein strenges Register geführt zu haben. Der Output im Windschatten von The Fall ist in seiner Opulenz kaum zu überbieten. Aber vielleicht bringt Henry Rollins da bald etwas mehr Licht ins Unterholz, denn auf dessen Label soll vieles aus dem Fall'schen Backkatalog wiederveröffentlicht werden.

Klopfen wir nun das Album ab: Wie immer ist hier alles schief und gewollt geschludert. In seiner Konsequenz so rein wie Dreck unter Lemmys Fingernägeln, nur daß jener sich inzwischen die Haare färbt. Die elektronischen Versatzstücke wurden gegen eine gehörige Schippe Garagen- Dreck in den Vier-Spur-Rekorder geschmissen. Nicht aufregend, aber auch nicht verkehrt für einen, der vorgestern schon alles gesehen hatte. Da paßt auch ein 20 Sekunden dauerndes Affengekläffe von Iggy Pop, der sich bei "Ibis-afro man" wahrlich zum Schimpansen macht, ins Bild.

Mark E. Smith mimt mit seinem ideellen "Ichbindagegen"-Getue den perfekten Antipoden in unserer gemainstreamten RTL 2-Welt, und sich an dieser Vorstellung zu erlaben, ist manchmal von bitterer Notwendigkeit. Schludern im Schwitzkasten der eigenen Kreativität hin oder her - die Songdecke hätte sich trotzdem an etwas mehr musikalischem Temperament ergötzen können. Aber: Ein nächstes The Fall-Album kommt bestimmt, und das ist auch gut so.

(Peter Hesse)

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Highlights

  • Kick the can
  • Hollow mind
  • Ibis-afro man

Tracklist

  1. Jim's "The Fall"
  2. Bourgeois town
  3. Crop-dust
  4. My ex-classmates' kids
  5. Kick the can
  6. Gotta see Jane
  7. Ibis-afro man
  8. The acute
  9. Hollow mind
  10. Reprise: Jane - Prof Mick - Ey Bastardo

Gesamtspielzeit: 47:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Senior Twilight Stock Replacer
2009-05-29 18:55:57 Uhr
Ähnlich seltsam wie der Inhalt würde ich fast sagen, besonders auch die Produktion ist merkwürdig: bis zu My Ex-Classmates' Kids ist alles ganz leise abgemischt, der 4. Track ist dann vollkommen übersteuert. Ibis-Afro Man schießt dann alles ab.
Mein am wenigsten geliebtes The Fall-Album.
delusion
2009-05-29 18:19:49 Uhr
Was'n dat für'n seltsamer Albumtitel?
Grammatik of death?
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