Bart Davenport - Searching for Bart Davenport

Bart Davenport- Searching for Bart Davenport

Tapete / Indigo
VÖ: 21.01.2011

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Abhängigkeitserklärung

Ein Songwriter wollte er werden. Eigentlich keine schlechte Idee. Ein Sänger war Bart Davenport ja schon jahrelang, in diversen Bands, auf der Bühne (ganz sicher), unter der Dusche (vielleicht), in den Köpfen derer, die ihn kennen. Aber er wollte weiter und mehr, und von wem kann man sich da besser inspirieren lassen, als von den ganz eigenen Helden? So entwickelte sich die Sache, wenn auch in eine komische Richtung. Denn Davenport schrieb zwar vier Studioalben voll und stand, wie er sagt, auf gefühlten 1000 Bühnen, um seine Songs vorzutragen. Tatsächlich gab er aber auch immer seine Lieblingssongs eben jener Helden zum Besten, die ihn dazu angestachelt haben, es überhaupt mal selbst zu versuchen. Und weil das immer so schön war, und er manchmal vergaß, wo seine Songs aufhörten und die der anderen begannen, ging Davenport eben ins Studio und nahm sie auf, was zum dieser Tage erscheinenden "Searching for Bart Davenport" führt.

Natürlich sind sie alle dabei: Kings Of Convenience, Bridget St John oder Gil Scott-Heron. Und dazwischen irgendwo auch David Byrne, The Changes und The Incredible String Band. Die Liste seiner Inspirationen ist lang, und so gestattet Davenport einen recht unkomplizierten Einstieg. "Cayman Islands" kennt man natürlich von seinen Liveshows mit den Schöpfern dieses großartigen Songs, die er auf Tour begleitete, damals, als Leise noch das neue Laut war. Tatsächlich klingt seine Version des Songs kaum anders als das Original, im Gegensatz zu "Wonder people ( I do wonder)". Das von der Flower-Power-Bewegung getragene Stück von Arthur Lee & Love wird auf eine Gitarre und eine Stimme reduziert, während "Maria Bethania" fast schon an Jack Johnson erinnert.

"Everyone's in love with you" ist nicht etwa eine Hommage an die Beach Boys, sondern eine Verbeugung vor Mister Talking Head persönlich, David Byrne. Zwar bekommt der Song durch Davenport eine ganz andere Eigendynamik, Byrnes Lockerheit fehlt in diesem Liebeslied der besonderen Art jedoch an keiner Stelle. Auch "In the dark" beschränkt sich wie der Großteil des Albums fast gänzlich auf Davenports Gesang und Gitarre, und mit "Better days ahead" endet dann dieses Album genau so, wie man es erwartet: Schwer, dunkel und doch hoffnungsvoll. Eben als ein echter Gil Scott-Heron. Oder doch wie ein echter Davenport? Denn eines hat der Gute immerhin geschafft: Auch beim Hören von "Searching for Bart Davenport" vergisst der Hörer, an welcher Stelle er selbst aufhört und die anderen beginnen.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Cayman Islands
  • I think I had no arms
  • Autumn lullaby
  • Wonder people (I do wonder)
  • Everyone's in love with you

Tracklist

  1. Come on let's go
  2. Cayman Islands
  3. Maria Bethania
  4. I think I had no arms
  5. You get brighter
  6. Autumn lullaby
  7. Wonder people (I do wonder)
  8. Everyone's in love with you
  9. Ramblin's going to be the death of me
  10. Blues run the game
  11. In the dark
  12. Better days ahead

Gesamtspielzeit: 38:25 min.

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