Hercules And Love Affair - Blue songs

Hercules And Love Affair- Blue songs

Moshi Moshi / Cooperative / Universal
VÖ: 28.01.2011

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Voller Eleglanz

Andrew Butler ist etwas gelungen, das auch leicht in die Hose gehen kann: Er macht da weiter, wo er aufgehört hat, ohne stehenzubleiben. Mit angelegten Scheuklappen verharrt er auf dem Streifzug durch Jahrzehnte elektronischer Musik und verliert sich dabei nicht in Sequels des Erstlings "Hercules And Love Affair". Trotz denkbar schwieriger personeller Ausgangslage. Antony Hegarty ließ dort als Vokalist bei "You belong" oder dem hervorragenden "Blind" Perwoll-Weiche in House-Musik gleiten, fand im eng gestrickten Terminplan aber keinen Platz mehr für "Blue songs". Doch in einer ruhigen Minute zwischen Detroit-House und Disco spürte Butler adäquaten Ersatz im Bekanntenkreis auf, unter anderem auch Mark Pistel, Gründungsmitglied der kämpferischen HipHopper Consolidated.

Die ersten Bässe von "Painted eyes" versprühen ein warmes, wohliges Flair, das in der Folge durch Klarinettenklänge, Streicher und den souligen, nahezu androgynen Gesang von Aerea Negrot zu keiner Phase nachlässt. Der Nachfolger für "Blind" ist bereits nach fünf Minuten gefunden: "Elegance, you were born at night". Die Nacht glänzt in all ihren Dimensionen: im funkigen "Answers come in dreams", der Motown-Disco-Nummer "Falling", im Neunziger-Ausflug "My house" und selbst den soften Zwischentönen.

"Blue song" gluckert untergründig wie ein Wasserquell und lässt Flöten in Richtung Acid Jazz an der Oberfläche treiben, und "Boy blue" watet eben noch akzeptabel durch Töne der Akustikgitarre. Die Notwendigkeit der Sterling-Void-Coverversion "It's alright" erschließt sich im Album-Kontext hingegen kaum: Trillerpfeifen ächzen aus dem letzten Loch wie Kate Winslet in "Titanic", der Glaube an die alle Zeiten überdauernde Musik erweist sich als leere Hülse. Abhilfe schaffen die vorangegangen Tracks "I can't wait", das dickbassige "Step up" mit Kele Okereke am Mirkro und nicht zuletzt die Tech-Club-Nummer "Visitor", die beteuert: "I'm not the visitor". Gut so. Gern gehörte Dauergäste sind ohnehin lieber gesehen. Die machen nämlich einfach da weiter, wo sie aufgehört haben. Und bleiben und bleiben und bleiben.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Painted eyes
  • Falling
  • I can't wait
  • Visitor

Tracklist

  1. Painted eyes
  2. My house
  3. Answers come in dreams
  4. Leonora
  5. Boy blue
  6. Blue song
  7. Falling
  8. I can't wait
  9. Step up
  10. Visitor
  11. It's alright

Gesamtspielzeit: 57:02 min.

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