Ghostface Killah - Apollo kids

Ghostface Killah- Apollo kids

Def Jam / Universal
VÖ: 21.12.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Zurück aus der Bettenburg

Jeder Schlafzimmer-Zauber ist einmal verflogen. Die Laken sind durchgeschwitzt, die letzte Duftkerze abgebrannt. Und so musste auch Ghostface Killah die Ghostdini-Nummer wieder auf ihr normales Level runterfahren. Kein R'n'B mehr, und der Soul versteckt sich nur noch in den Samples. Also alles wieder auf Anfang beim mittlerweile neunten Album. Im Hintergrund hantierten dafür unter anderem Pete Rock und Jake One am Sound. Dabei herausgekommen ist eine Platte, die sämtliche Stärken des Wu-Tang Clan in sich trägt. Boom Bap liegt in den Gräben der Beats, und schon "Purified thoughts" tönt passend über seine Takte: "Take my hands out my pockets / You can see my thumbs / Both of them turned green / From counting the ones." Bis ins Mark bohren sich die Rhymes, bis in den Fuß geht der straighte Groove.

Ghostface Killah läuft hier zu gewohnter Stärke auf. Der Flow zieht sich sowohl über den trommelnden Funk von "Superstar" als auch über das schwindelnde Gerüst von "Drama". Die Produktion nimmt sich ein wenig zurück und ist nicht so stark auf Bombast ausgelegt wie sein aus allen Rohren feuerndes Projekt mit Method Man und Raekwon. Überhaupt passiert auf "Apollo kids" kaum etwas wirklich Überraschendes. Der windschiefe Druck von "Black tequila" ist gewohnt zwingend, auch wenn die Sicherungen nicht so richtig durchbrennen. Der Wahnsinn versteckt sich diesmal mehr auf der Seite der Features. Busta Rhymes zerlegt kurzerhand "Superstar" in seine Einzelteile, bei "In tha park" faltet Ghostface Killah in wenigen Zeilen die verzerrte Gitarre zusammen, bevor dann Black Thought ans Mic darf: "We must remind you / Where this rap come from." Also zurück in den Park, zurück auf die Straße. Geschichten lassen sich dort auch viel besser finden. Man muss nur die Wurzeln fest an den Ohren packen und die Dröhnung direkt aufs Trommelfell drücken.

Auch die Samples sind unglaublich dicht eingeflochten. Wenn sich Johnny Thunder mit "I'm alive" hinter dem pumpenden Bass von "In tha park" verkriecht, dann laufen die Dinge absolut korrekt zusammen. Auch wenn "How you like me baby" loslegt, fühlt es sich nicht wie die Vergangenheit des Rap an, sondern wie die altbekannte Blockmatratze, die ihre Blütezeit Anfang der Neunziger hatte, aber heute immer noch heiß ist. Der Kopf geht automatisch mit, und tight ist das natürlich irgendwie immer noch. "Troublemakers" versammelt dann Raekwon, Method Man und Redman um sich, während Jake One ihnen vor steifen Bläsern genau den passenden Rahmen schneidert, auf dem sich die Jungs auslassen können. "Apollo kids" ist bis in die letzten Momente vollkommen ausgewogen und tanzt nie in der Reihe. Und so bleiben Ghostface Killah und Gäste die Könige zwischen den Takten, die ihre Lyrics astrein auf die Beats legen. Von Daunen ist in diesen Stories jedenfalls nichts mehr zu hören.

(Björn Bischoff)

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Highlights

  • Superstar (feat. Busta Rhymes)
  • In tha park (feat. Black Thought)
  • Troublemakers (feat. Raekwon, Method Man, Redman)

Tracklist

  1. Purified love (feat. GZA, Killah Priest)
  2. Superstar (feat. Busta Rhymes)
  3. Black tequila (feat. Cappadonna, Trife)
  4. Drama (feat. Joell Ortiz, The Game)
  5. 2getha baby
  6. Starkology
  7. In tha park (feat. Black Thought)
  8. How you like me baby
  9. Handcuffin' them hoes (feat. Jim Jones)
  10. Street bullies (feat. Sheek Louch, Wiggs, Sun God)
  11. Ghetto (feat. Raekwon, Cappadonna, U-God)
  12. Troublemakers (feat. Raekwon, Method Man, Redman)

Gesamtspielzeit: 40:53 min.

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