The Autumn Defense - Once around

The Autumn Defense- Once around

Yep Roc / Cargo
VÖ: 19.11.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Damals in Mittelerde

Es gibt so ein paar Jahreszahlen, die vergisst man einfach nicht. Weil da etwas wirklich Sautolles passiert ist, dann ist das gut, oder was Sautrauriges, das ist dann natürlich weniger gut. Aber nehmen wir als Beispiel das Jahr des Schulabschlusses. Was für eine grandiose Zeit! Wochenlange Feierei, bis irgendwann das große Erwachen kam und man merkte, dass man keine Ahnung hat, was man überhaupt machen will. Und das natürlich genau an dem Tag, an dem die Bewerbungsfrist an der Uni ausklingt. Oder das Jahr, als man seinen schönsten Urlaub verbracht hat. Oder als man mal schnurstracks nach Neuseeland geflogen ist, um dort mit dem wahrhaftigen Neil Finn und ein paar anderen tollen Typen ein Charity-Album namens "Seven worlds collide" aufzunehmen. Wie, ist Dir noch nicht passiert? Na gut, mir auch nicht. Pat Sansone und John Stirratt von The Autumn Defense aber haben das gemacht, und das war sehr gut für sie.

Denn so entdeckten sie für sich selbst nicht nur musikalisches Neujahr, damals, im Jahr ... 2009. In Neuseeland, umgeben von all der guten Starpower und natürlich dem guten Willen, der sie alle miteinander vereinte, spürten auch sie, dass dort etwas Großes heranreifte. Also fackelten die beiden nicht lange, riefen die Kollegen von Wilco an und ließen sich entschuldigen, legten ihr eigenes Bandprojekt für kurze Zeit auf Eis und schrieben Songs, was das Zeug hielt. Schön, wenn man ein paar erfahrene Kollegen zur Seite stehen hat. Die hörten sich die Songs umgehend an, gaben hilfreiche Tipps, und als Stirratt und Sansone schließlich zurückkehrten auf heimischen Grund, waren sie nicht nur erfüllt von diesen außergewöhnlichen Eindrücken, sondern auch ausgestattet mit genügend Stücken, um ihr neues Album "Once around" aufzunehmen. Dieses liegt nun vor, und dass der gute Wille zur Kraft bereits in der Entstehungsphase vorhanden war, wird hier bereits nach wenigen Minuten deutlich.

Schon "Allow me" überrascht auf ganzer Linie, indem es mit schunkeliger Gitarrenuntermalung startet, die tragenden Streicher dann aber so locker aus dem Ärmel schüttelt, dass der Harmoniegesang dem kaum standhalten kann. Genau das versucht er aber doch, und obgleich man denkt, dass es sich schon dem Ende neigt, ist man gerade bei der Hälfte angekommen. Ähnlich verhält es sich mit dem Titeltrack von "Once around", der zwar ohnehin im Ganzen reservierter bleibt, seine Düsterkeit aber vor allem nach einem kurzem Aufbäumen der Gitarre beibehält. Das rasante "The swallows of London Town" wiederum verlässt sich auf die durchaus poppige Ader des Albums, die sich wie ein roter Faden durch die Songs zieht, was dem allgemeinen Hörgenuss nur zugute kommt. Das abschließende "There wll always be a way" stimmt da natürlich doppelt versöhnlich, wenn der Hörer sich eingeladen fühlt zum großen Mitsingfest am Lagerfeuer. Und ganz plötzlich ist es da, dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit und Freiheit, wie damals in Neuseeland - schon ist es eine gemeinsame Erinnerung geworden.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Allow me
  • Once around
  • Step easy
  • Every day

Tracklist

  1. Back of my mind
  2. Allow me
  3. Tell me what you want
  4. Huntington fair
  5. Once around
  6. The rift
  7. The swallows of London Town
  8. Step easy
  9. Don't know
  10. Every day
  11. There will always be a way

Gesamtspielzeit: 44:34 min.

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