Therapy? - We're here to the end

Therapy?- We're here to the end

Blast / Global / H'Art
VÖ: 16.11.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Voll jährig

Zeit der Rückbesinnung nach einundzwanzig Jahren Therapy?. Erst veröffentlichen sie dieses erste Livealbum, das ob der Fülle der Hits natürlich gleich ein Doppelalbum mit 36 Tracks wurde. Und dann gehen sie noch einmal auf Tour, um ihr bestes und erfolgreichstes Album "Troublegum" zu feiern. Therapy? dürfen das, denn sie sind allen Phrasenschweinen zum Trotz eine echte Macht auf der Bühne. Wer einmal von Therapy? weggeblasen wurde, wird kaum Zweifel an ihren Fähigkeiten dulden.

Die Studiokopplung "So much for the ten year plan" umriss vor zehn Jahren zwar Therapy?s beste Zeit, konnte aber den wilden Dreck der Shows kaum abbilden. Das schafft "We're here to the end" natürlich mit links. Der irische Dreier um Andy Cairns rotzt einen Hit nach dem anderen raus. Das geht mit dem umwerfenden "Screamager" los, verführt bei "Stories" zu melancholischem Jubel, lässt das Volk bei "Potato junkie" immer wieder die eigene Schwester durch James Joyce vögeln, und erlebt mit "A moment of clarity" eine Hymne für, nun ja, die Vergangenheit. Es waren schließlich die Neunziger, als man Therapy?s Hits feierte, und die sind lange her.

Bei aller befriedigten Nostaligie fällt aber auch schnell das große Manko von "We're here to the end" auf: Der blasse Sound trübt die Freude. Die kantigen Riffs verlieren an Druck, weil Cairns zwei Gitarren nicht alleine kompensieren kann und der Bass oft irgendwo im Dunkel grollt. Dazu gehört Cairns' Stimme bei aller Begeisterung immer mal eher unters Sauerstoffzelt. Dafür ist das Publikum voll da. Jede zweite Silbe wird mitgegrölt und selbst Obskures wie "Evil Elvis" oder "Rust" muss gefeiert werden. Therapy? machen schließlich den dünnen Sound mit reichlich Leidenschaft wett.

Als das ehemalige Siouxsie-And-The-Banshees-Mitglied Martin McCarrick als vierter Mann am Cello sägte, war Therapy?s Sound sicherlich variantenreicher. Trotzdem setzen sie mit "Knives", "Nowhere" und "Church of noise" die Bühne in Brand. "Crooked timber" wird mit Begeisterung zersägt, und "Innocent X" hüpft unruhig durch die Halle. Spätestens bei "Die laughing" liegt sich alles in den Armen, um dann genüsslich Joy Divisions "Isolation" (und dem darin eingestreuten "Loose") zu huldigen. Am Schluss grölt das Publikum sogar das Riff von "Teethgrinder" mit. Die hier zusammengefassten Jubiläumsshows vom 29., 30. und 31. März 2001 im Monto Water Rats, London waren für die Iren eben ein echtes Heimspiel. Schade nur, dass "We're here to the end" die überaus hörbare Begeisterung des Publikums nicht immer nachfühlen lässt. Obwohl die Songs eigentlich einen verdammt guten Grund dafür abgäben.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Screamager
  • A moment of clarity
  • Die laughing
  • Isolation
  • Teethgrinder

Tracklist

  • CD 1
    1. Screamager
    2. Sister
    3. Turn
    4. Enjoy the struggle
    5. Die like a motherfucker
    6. Stories
    7. Meat abstract
    8. Exiles
    9. Skyward
    10. A moment of clarity
    11. Sprung
    12. Neck freak
    13. Diane
    14. Potato junkie
    15. Dancin' with Manson
    16. Ifi it kills me
    17. Rust
  • CD 2
    1. Nausea
    2. Knives
    3. Nowhere
    4. Evil Elvis
    5. Epilepsy
    6. Rain hits concrete
    7. Our white noise
    8. Opal mantra
    9. Fantasy bag
    10. Church of noise
    11. The head that tried to strangle itself
    12. Polar bear
    13. Crooked timber
    14. Punishment kiss
    15. Trigger inside
    16. Innocent X
    17. Die laughing
    18. Isolation
    19. Teethgrinder

Gesamtspielzeit: 131:35 min.

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