The Shadow Theory - Behind the black veil

The Shadow Theory- Behind the black veil

InsideOut / EMI
VÖ: 19.11.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Schall mit Rauch

Seit der Auflösung von Psychotic Waltz 1997 sind Bands im eigentlichen Sinne für Buddy Lackey aka Devon Graves im Grunde genommen lediglich Vehikel, um die alleine im heimischen Studio eingespielten Alben auch live transportieren zu können. Insofern war das Ende von Deadsoul Tribe nicht wirklich überraschend. Zumal Graves ähnlich wie dort auch für The Shadow Theory handverlesene Bekannte als Mitstreiter auswählte.

Dennoch ist auf "Behind the black veil" einiges anders. Zum einen sind diese Mitstreiter Hochkaräter wie Kristoffer Gildenlöw, früher Bassist von Pain Of Salvation, oder Johanne James, seines Zeichens Schlagzeuger von Threshold. Zum anderen wagt sich Graves - und das ist angesichts der lyrischen Qualität früherer Alben durchaus erstaunlich - erstmals an ein Konzeptalbum, nämlich über einen Rockstar auf Drogentrip, der in diesem Rausch gleich mehrere ineinander verschachtelte Alpträume erleidet.

So weit, so genretypisch. Die musikalische Umsetzung allerdings ist nahezu durchgängig auf höchstem Niveau, insbesondere Songs wie das düstere "Welcome" und das mit einem wunderbaren Refrain glänzende "By the crossroads" sind schlicht überragend. Psychotic-Waltz-Aficionados haben eh bereits bei den Querflöteneinsätzen auf "I open up my eyes" den Gebetsteppich ausgerollt, und die ohnehin vorhandene Gänsehaut wird beim Miniatur-Hörspiel "A candle in the gallery" fingerdick. Wenn dann noch donnernde Riffs immer wieder von frickelig perlenden Akustikgitarren abgelöst werden, verzeiht der zufriedene Hörer Graves auch minimale Längen in der zweiten Albumhälfte oder das einigermaßen unangebrachte Geplucker bei "Sleepwalking".

Ist diese Band dennoch bereits Geschichte, bevor sie richtig existieren konnte? Denn im August verkündete Graves via Facebook tatsächlich die Reunion von Psychotic Waltz nebst neuer Platte im nächsten Jahr und versetzte nicht nur Altfans in schiere Verzückung. Nun ist bei neuen Alben wiedervereinigter Bands zwar grundsätzlich Vorsicht geboten. Mit "Behind the black veil" im Hinterkopf wächst die Erwartungshaltung allerdings ins Unermessliche.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • I open up my eyes
  • Welcome
  • By the crossroads
  • The black cradle

Tracklist

  1. I open up my eyes
  2. The sound of flies
  3. Ghostride
  4. Welcome
  5. By the crossroads
  6. Selebrate
  7. Snakeskin
  8. Sleepwalking
  9. The black cradle
  10. A candle in the gallery
  11. A symphony of shadows

Gesamtspielzeit: 57:22 min.

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