Down - Diary of a mad band. Europe in the year of VI

Down- Diary of a mad band. Europe in the year of VI

Roadrunner / Warner
VÖ: 01.10.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Halt die Klappe!

Philip Anselmo mag ein netter Kerl sein, aber in seiner Welt sind alle gottverdammte Motherfucker. Ob er wirklich so wütend auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest ist, wie er immer tut, kann bezweifelt werden. Wer die Southern-Metal-Supergroup Down seit ihrer Reunion 2006 mal auf der Bühne erlebt hat, weiß, dass die fünf nicht mehr ganz jungen Metalhelden mit einer Menge Spaß und beeindruckender Präzision zu Werke gehen. Anselmos Rampenrüpelei gehört zur Show und ist beim ersten Mal auch ganz unterhaltsam. Auf Platte ändert sich das nach einigen Durchgängen.

Die 17 Songs, die "Diary of a mad band. Europe in the year of VI" auf Doppel-CD und DVD von verschiedenen Konzerten in Europa zusammenträgt, stammen allesamt aus dem Jahr 2006. Daher beschränkt sich das Repertoire auch auf die ersten beiden Studioplatten. Und die Band hat nach ihrer vierjährigen Pause ordentlich dafür geprobt. Riffs und Soli, Breaks und Einsätze sitzen ausnahmslos, Down geben sich spielerisch keine Blöße. Und auch Anselmo ist bei nahezu jedem Song - die fast alle von unterschiedlichen Konzerten stammen - stimmlich absolut auf der Höhe.

Ebenso wenig gibt es in Sachen Songauswahl zu meckern. Klassiker wie das schleppende "Lysergic funeral procession", die bluesig kreischenden Gitarrenlicks von "Temptations wings" oder das brutal groovende "New Orleans is a dying whore" machen gleich noch mal soviel Spaß wie auf der entsprechenden Studioaufnahme. In jedem Moment merkt man, dass Musiker aus Louisiana im Herzen alle Jazzer sind, so natürlich fließt alles ineinander. Die ganze Klasse der Band zeigt sich auch und gerade in den ruhigeren Stücken, die auf den Studioalben gerne mal untergehen. "Learn from this mistake" und "Lies, I don’t know what they say, but..." fügen sich live perfekt ins Programm.

Der Haken an "Diary of a mad band. Europe in the year of VI" ist eher das, was zwischen den Songs passiert. Alle Stoßgebete, dass Phil Anselmo mal den Mund hält, helfen nichts. Jede Songankündigung wird zelebriert: "This next motherfucking song is from the second goddamn album." Und natürlich erkundigt sich der Mann am laufenden Band, ob die "motherfuckers" im Publikum den auch "fun" haben. Vor der Bühne (oder auch auf DVD) fällt das aufgrund des zusätzlichen optischen Eindrucks nicht sonderlich auf, aber im CD-Player nervt es nach einer Weile. Gut, dass die Band zum Ende mit "Stone the crow" und "Bury me in smoke" nochmal klarmacht, dass das alles nicht nur leere Phrasen sind, sondern eine der besten Metalbands der Gegenwart auf der Bühne steht. Thank you very fucking much!

(Maik Maerten)

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Highlights

  • New Orleans is a dying whore
  • Stone the crow
  • Bury me in smoke

Tracklist

  • CD 1
    1. Losing all
    2. Lifer
    3. Lysergic funeral procession
    4. Rehab
    5. Temptations wings
    6. Ghosts along the Mississippi
    7. Learn from this mistake
    8. Hail the leaf
    9. New Orleans is a dying whore
  • CD 2
    1. Lies
    2. Underneath everything
    3. The seed
    4. Eyes of the south
    5. Jail
    6. Stone the crow
    7. Bury me in smoke
  • DVD 1
    1. Lysergic funeral procession
    2. Lifer
    3. Losing all
    4. Rehab
    5. New Orleans is a dying whore
    6. Ghosts along the Mississippi
    7. Learn from this mistake
    8. Underneath everything
    9. Temptations wings
    10. Something on my side
    11. Hail the leaf
    12. Lies
    13. The seed
    14. Eyes of the south
    15. Jail
    16. Stone the crow
    17. Bury me in smoke

Gesamtspielzeit: 222:42 min.

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