Agalloch - Marrow of the spirit

Agalloch- Marrow of the spirit

Viva Hate / Cargo
VÖ: 03.12.2010

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Nicht lustig

Es plätschert und fiedelt. Beides nicht sehr vergnügt, aber immerhin. Cello und ein rauschendes Bächlein sind doch ein guter Anfang für ein Goethe-Biopic oder ein Album voller beschaulicher Weltmusik. Hochkultur und Fahrstuhlsound, was könnte besser zu Plattentests.de passen? Nicht? Langweilig? Okay, zum Glück gibt es noch eine Band, die ihr neues Album genau so beginnt, aber dann schnell die Kurve kriegt und die Kettensäge rausholt. Agalloch sind so weit von Goethe und beschaulichem Gedudel entfernt wie das Albumcover von sonniger Fröhlichkeit. Zwei Worte, die in unbedingt mal in einer Doom-Death-Metal-Rezension untergebracht werden mussten. Aber Spaß beiseite, denn der ist hier wirklich fehl am Platz. "Marrow of the spirit" ist beim ersten Hören derart unlustig und todernst, dass man glatt in Tränen ausbrechen möchte.

Trostloses Gitarrengeschredder legt sich über Double-Bass-getränkte Blastbeats. Dazwischen kreischt, faucht und röchelt das, was John Haughms anstatt einer Stimme hat, unverständliche Beschwörungen aus den Boxen. Man muss sich schon zwei Mal durch die zehn, zwölf oder 17 Minuten langen Songs kämpfen, um Agalloch ein wenig Sympathie entgegenzubringen. Ob sich das lohnt, hängt bei solcher Musik aus den extremeren Regionen der Genre-Weltkarte immer stark von der persönlichen Leidensfähigkeit und Offenheit ab. Aber Agalloch machen es ihren neuen Hörern einfacher als manch andere Band aus den tiefschwarzen Metal-Gefilden. "Marrow of the spirit" enthält immer wieder kleine Ohrenschmeichler, die zwischendurch für Auflockerung sorgen - zwar nicht für Aufhellung, aber immerhin. Hier ein wenig erkennbarer Gesang, dort ein paar folkige Gitarren und ab und zu ein kleines Siebziger-Jahre-Solo, das zumindest in fahlen Farbtönen schimmert.

"The watcher’s monolith" gebiert bei sieben Minuten plötzlich diese unglaublich eingängigen Riffs, die sich bis zum Ende des Songs nicht mehr vertreiben lassen. "Black lake Niðstång" ist über weite Strecken geradezu bedächtig, baut mit gemächlich wimmernden Gitarren und beeindruckendem, cleanen Gesang langsam Spannung auf. Man ist gerüstet, wenn nach mehrminütigem Zwischenspiel dann doch die Hölle losbricht. Trotzdem werfen Agalloch allen Weichkeksen und Nicht-Kuttenträgern, die ansonsten bei Black und Death Metal ihre Ohren verschließen und sich mit Grauen abwenden, hier ein erstaunlich hörbares Stück dunkler Materie vor die Füße. Und alle, die vor Langeweile schon beim Plätschern und Fiedeln ausgeschaltet haben, schmoren sowieso mit Faust in der Hölle.

(Maik Maerten)

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Highlights

  • Into the painted grey
  • The watcher's monolith

Tracklist

  1. They escaped the weight of darkness
  2. Into the painted grey
  3. The watcher's monolith
  4. Black Lake Niðstång
  5. Ghosts of the midwinter fires
  6. To drown

Gesamtspielzeit: 65:33 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Knut
2014-06-20 00:08:52 Uhr
find's gut.
OlDirtyPaule
2010-12-18 23:12:45 Uhr
Für mich auch die zweitbeste nach "The Mantle". Halte Agalloch seit 2002 sogar für eine kleine Spur besser als Opeth - was (nicht gaubwürdig nachweisbar) nicht daran liegt, dass sie weltweit etwas unbekannter sind
Rate R
2010-12-12 09:49:51 Uhr
7/10 gehen ok.
Heulender Wicht
2010-12-12 01:33:53 Uhr
So ist es nun mal.
Peter Bond
2010-12-11 12:00:55 Uhr
ich kaufe ein "n" - auch gerne im Tausch gegen ein "g"
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