Bon Jovi - Greatest hits

Bon Jovi- Greatest hits

Island / Universal
VÖ: 29.10.2010

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Sehr vereinzelt

"Runaway", "Keep the faith", "Someday I'll be saturday night", "I'll sleep when I'm dead", "Blaze of glory", "This ain't a love song", "These days", "Blood on blood", "Hey God", "Something for the pain", "Lie to me", "I believe", "Dry county". All diese Songs finden sich nicht auf dieser Compilation, die sich allen Ernstes "Greatest hits" nennt. Zugegeben, ein Teil der eben genannten Lieder findet sich auf dem Doppelalbum gleichen Namens und mit dem schicken Zusatz "The ultimate collection". Die steht jedoch hier nicht zur Diskussion. Und natürlich besteht auch diese etwas krude Mischung der Einzel-CD überwiegend aus Hits, Hits, Hits, keine Frage. Leider sind einige davon jüngeren Datums, und die braucht es genauso nötig wie einen Kropf.

Auch Bon Jovi hatten mal eine richtig gute Phase, damals, zu Beginn der 1990er, vom Album "Keep the faith" über das "Cross road"-Best-of bis zu "These days" Mitte der Neunziger. Übrig geblieben sind davon auf "Greatest hits" nur "Bed of roses", "Always" und "In these arms". Das Album "These days" wurde sonst sogar komplett ausgeklammert. Dafür dann aber laue Talk-Box-Aufgüsse wie "It's my life" oder schrecklichen Radio-Betroffenheits-Rock wie "Have a nice day" in die Zusammenstellung zu zaubern, spottet natürlich jeder Beschreibung. Auch wenn nicht jeder neuere Song einfach nur schlecht ist. Einer nämlich, "We weren't born to follow", macht auch deshalb ziemlich Laune, weil man wunderbar Zlatkos "Ich vermiss dich wie die Hölle" drüber singen kann. Bitte einfach mal ausprobieren. Im Rahmen dieser etwas verunglückt durcheinander geschmissenen Playlist finden sich auch noch zwei neue Stücke auf "Greatest hits": "What do you got", die Ode auf die Liebe, gehört in dieselbe Kategorie wie "Have a nice day", ist dabei aber etwas glitschiger. Und - bei aller Liebe - "No apologies" hätte es nun wirklich nicht gebraucht. Es ist aber irgendwie auch Spiegelbild der Arbeit von Bon Jovi seit der Jahrtausendwende.

Fast die Hälfte der Songs stammt jedoch freundlicherweise aus der frühen Phase der Band, von "New Jersey" und "Slippery when wet". Damals liefen die Herren ja im Plattenladen noch unter "Hard Rock", sahen ein wenig aus wie Vetter Itt von der Addams Family und trugen lächerliche Klamotten. Aber wenigstens hatten die in der Nachbetrachtung manchmal kurios anmutenden Songs noch Stil und Charme, trotz oder gerade wegen ihres 80er-Schmiers. Die darf man ja mittlerweile völlig zurecht auch wieder goutieren, ohne von der Geschmacks-Polizei gleich festgenommen zu werden. Mit einem zwinkernden Auge zwar, aber immerhin. Trotzdem: Es fehlt einfach viel zu viel vom Guten dieser Band und wird vom Schlechten ersetzt. Sich ohnehin zu trauen, diese Zusammenstellung unter dem Titel "Greatest hits" überhaupt auf die freudigen Weihnachtskäufer loszulassen, ist nichts anderes als eine Frechheit. Stattdessen bitte die umfassendere "Ultimate collection" nehmen. Oder noch besser: Einfach die "Cross road: The best of Bon Jovi" von 1994 sowie "These days" von 1995 zulegen. Da ist alles drauf, was zählt. Weitere erwähnenswerte und wichtige Hits hatten Bon Jovi danach eh nicht.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Livin' on a prayer
  • Always
  • In these arms

Tracklist

  1. Livin' on a prayer
  2. You give love a bad name
  3. It's my life
  4. Have a nice day
  5. Wanted dead or alive
  6. Bad medicine
  7. We weren't born to follow
  8. I'll be there for you
  9. Born to be my baby
  10. Bed of roses
  11. Who says you can't go home
  12. Lay your hands on me
  13. Always
  14. In these arms
  15. What do you got?
  16. No apologies

Gesamtspielzeit: 74:15 min.

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