My Chemical Romance - Danger days: The true lives of the fabulous killjoys

My Chemical Romance- Danger days: The true lives of the fabulous killjoys

Reprise / Warner
VÖ: 19.11.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Imagepflegel

Wenn es in den vergangenen Jahren eine junge Band gab, die sich problemlos auf ein ganz bestimmtes Image festnageln ließ, dann war es zweifelsohne My Chemical Romance. Als Branchenprimus der x-ten Emocorewelle waren die Herrschaften zur rechten Zeit am rechten Ort und trafen den Nerv der Kids. Zumindest den von sehr vielen. Denn während bei den einen Gerard Way als Poster die Jugendzimmerwand zierte, und diese mit massiven Plattenkäufen dafür sorgten, dass zumindest etwas Farbe in Form von Platin- und Goldauszeichnungen ins Spiel kam, war das Ganze für andere zu viel des Schwarzen. Von wegen black is beautiful. Suizidvorwürfe, Mitschuld und andere Unschönheiten machten bald die Runde.

Wenn das teils hausgemachte, teils durch die Medien fabrizierte Image zudem den Protagonisten selbst zunehmend auf den Senkel geht, ist es Zeit für eine Auszeit. Was man währenddessen so macht? Zum Beispiel von der Ost- an die Westküste ziehen, Nachwuchs bekommen, Comics zeichnen und sich die Haare färben. Ist Rot das neue Schwarz? Scheinbar ja. My Chemical Romance legen mit "Danger days: The true lives of the fabulous killjoys" ein Album vor, das polarisieren wird. Die einen werden spätestens nach dem ersten Refrain von "Na na na (Na na na na na na na na na)" erst einmal irgendein Musikforum aufsuchen, ordentlich ablästern und ein semiwitziges ASCII-Facepalm-Bildchen kreieren. So viel Erwartbares vom Katastrophentourismus. Doch auch die Fans der ersten Stunde werden sich zunächst wundern, nach und nach aber feststellen, dass dieser rotzige Dreieinhalbminüter doch irgendwie knackig, unverschämt poppig, rockig und breitbeinig nach vorne und ins Ohr geht. Gerade dieser Song scheint eine Art Initialzündung gewesen zu sein. Pathetisch gesehen, ließe sich gar irgendwas von befreiend anmerken. Muss aber nicht.

Ähnliches gilt für die erfrischende Midtempo-Nummer "The kids from yesterday". Ist da etwa jemand erwachsen geworden? Nicht ganz, aber vielleicht einfach nur der Schwermut und der Uniformen überdrüssig. Teenage Angst und Paranoia waren einmal. Als hätten My Chemical Romance jede Menge nachzuholen, legen sie mit "Planetary (GO!)" einen nicht minder fluffig voranschreitenden Discostampfer aufs Parkett. So klingt also Spaß in bunt. Oder Bubblegum auf skurrilem Endzeit-Dancefloor. Im zweiten Anlauf entpuppt sich "Danger days: The true lives of the fabulous killjoys" als eine Art Konzeptalbum, dessen Komponenten aus dem postapokalyptischen Kalifornien anno 2019, einem Piratenradio-DJ namens Dr. Death Defying und einer Bande rebellierender Kids bestehen. Was nach einer schrägen Comic-Version von Mad Max klingt, kommt bei Songs wie "Party poison", "Vampire money", "Destroya" oder "Save yourself, I'll hold them back" als gehörige Portion Rock'n'Roll rüber. Glam und Hairspray-Metal sind auch nicht weit entfernt. Dahingegen laden "Sing" oder "Summertime" als bedächtige Stadionnummern zum Verweilen und "S/C/A/R/E/C/R/O/W" zum Schunkeln ein. Von Düsternis keine Spur mehr. Es hellt auf.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Na na na (Na na na na na na na na na)
  • Planetary (GO!)
  • The kids from yesterday

Tracklist

  1. Look alive, sunshine
  2. Na na na (Na na na na na na na na na)
  3. Bulletproof heart
  4. Sing
  5. Planetary (GO!)
  6. The only hope for me is you
  7. Jet-star and The Kobra Kid/Traffic report
  8. Party poison
  9. Save yourself, I'll hold them back
  10. S/C/A/R/E/C/R/O/W
  11. Summertime
  12. Destroya
  13. The kids from yesterday
  14. Goodnite, Dr. Death
  15. Vampire money

Gesamtspielzeit: 54:05 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Cabeza
2011-08-29 23:38:46 Uhr
@Brian May

Wen interessiert dein Blog ?
Brian May
2011-08-29 23:37:14 Uhr
@Orphaned Da bin ich anderer Meinung. Ich zitiere aus meinem eigenen Blogeintrag:
"Gerard as a front man is magnificent, of course - his honesty and vulnerability - along with the right kind of instinct for being a hero - connects instantly with the audience, reminding me quite a bit of a certain other great front man I worked with for many years."
Aber was weiß ich schon...

(http://www.brianmay.com/brian/brianssb/brianssb.html)
Orphaned
2011-08-27 14:07:24 Uhr
Diese Band braucht doch keiner. Dämmlihces Rumgeheule für 14 jährige gemobbte Teenies.
Earl Grey
2011-08-27 13:55:27 Uhr
Zero Percent war ne B-Seite glaub ich...
Brian May
2011-08-27 01:14:50 Uhr
Ich war gerade mit My Chemical Romance auf der Bühne. Was ist nur aus mir geworden?
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