Hardcore Superstar - Split your lip

Hardcore Superstar- Split your lip

Nuclear Blast / Warner
VÖ: 26.11.2010

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Der schnöde Mammon

Ach, es ist schon ein Kreuz mit diesen vier Schweden. Denn alle Jahre wieder kommt nicht nur der Weihnachtsmann, sondern mit ziemlicher Sicherheit auch ein neues Album von Hardcore Superstar, das wie jede andere Platte der Göteborger klingt. Tief verwurzelt im Sleaze mit einem Körnchen Sleaze und vielleicht noch etwas Sleaze dazu. Was anderes kommt den Jungs gar nicht in die Tüte. Das ist zwar konsequent, wirkt aber auf dem achten Streich "Split your lip" ausgelutschter als jemals zuvor.

Dass die Herren trotzdem einfach weitermachen, als würde sie das gar nicht stören, ist einerseits natürlich beachtlich. Andererseits könnte es aber auch an einem Mangel an Alternativen liegen. Was sollte ein abgehalfterter Möchtegern-Rockstar, der es zu mittelmäßiger Beachtung gebracht hat, denn auch anderes machen, als über dreckige "bitches" und die obligatorischen Sex, Drugs & Rock'n'Roll zu sinnieren? Etwa in einem der vielen Fast-Food-Läden als Bedienung arbeiten? Oder vierzig Stunden im Büro, Papierkrams erledigen? Als Anlage-, Steuer- oder Immobilienberater? Passt alles nicht. Das Geld muss aber nunmal rein. Also doch wieder ein neues Album, schnell ein paar klischeehafte Lyrics zu Papier gebracht, einige alte Melodien und Riffs zusammengesucht und um die Texte gelegt. Das Ganze dann mit viel Dampf in neun Songs ab nach vorne und auf CD gepresst. Dazu mit "Here comes the sick bitch" und "Run to your mama" noch schnell zwei Hardrock-Balladen komponiert, letztere sogar mit gefühlvollem Klavier unterlegt, und fertig ist die finanzielle Absicherung der nächsten zwei Jahre.

Wie lange dieses Konzept noch tragen kann, ist mehr als fraglich. Nein, im Grunde trägt es jetzt schon nicht mehr, so viel Spaß die Schweden früher auch bereitet haben mögen. Mit "Split your lip" gerieren sich Hardcore Superstar weiterhin als dreckige Rock-Band, wirken dabei aber nur noch wie klischeehafte Abziehbildchen ihrer eigenen Vorstellung davon, wie man sich als Sleazer halt so zu verhalten hat. Keine Frage, das in fünf Tagen aufgenommene "Split your lip" ist rau, bollerig und trotzdem rund produziert. Aber eben nicht mehr. Um es auf den Punkt zu bringen: Anno 2010 braucht keine Sau mehr Hardcore Superstar.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

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Tracklist

  1. Sadistic girls
  2. Guestlist
  3. Last call for alcohol
  4. Split your lip
  5. Moonshine
  6. Here comes the sick bitch
  7. What did I do
  8. Bully
  9. Won't go to heaven
  10. Honeyman
  11. Run to your mama

Gesamtspielzeit: 40:59 min.

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