Kevin Devine - Circle gets the square

Kevin Devine- Circle gets the square

Immigrant Sun / Defiance / Zomba
VÖ: 01.12.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

November pain

Welche Musik spielt jemand, der sich auf dem Albumcover unter einem Poster der größten Hairspray-Metal-Band aller Zeiten ablichten läßt und von Deutschlands führendem Anbieter für Emocore unters Volk gebracht wird? Sleazecore? Guns N' Emo? Jimmy Eat Axl? Während die Unentschlossenen noch über die passende Schublade rätseln, sitzt Kevin Devine mit seiner Akustischen auf der Couch und säuselt seine verlorenen Melodien vor sich her. Er singt von gebrochenen Herzen, einsamen Gedanken und zerbrechlichen Geständnissen. Und er tut dies so hingebungsvoll, daß sich die Hersteller von Papiertaschentüchern keine Sorgen über ihren Umsatz machen müssen.

Auf den Knien rutschend flüstert der New Yorker, der ansonsten den aufstrebenden Miracle Of 86 vorsteht, "stupid songs about this heart". Während seine Hauptband eher in der Tradition von Saves The Day, New Found Glory oder den Get Up Kids lärmt, entblößt Devine hier seine sanfte Seite. "I'd give myself a hand / If I were you" beschwört er eine ominöse Sie in "Confessional at 6 pm". Sein Herz auf der Zunge tragend geht er ganz in den mal gehauchten, mal lauthals in die Welt gerufenen Melodien auf.

Gerade wenn sich Devines Stimme in solchen Momenten beinahe überschlägt, verschwindet die verschreckte Gänsehaut. Statt sich auf die Stärke der folkigen Harmonien von "Protest singer" oder "Letting a good one go" zu verlassen, zerbricht so mancher magische Augenblick daran, daß eine ganze Gefühlswelt auf die Melodien einstürzt. Manchmal ist Flüstern eben doch eine Tugend.

So setzt die Gitarre meist behutsam das eine oder andere Tüpfelchen auf das einsame I. Und mit Einsamkeit kennen sich Devines Bekenntnisse aus. Als einer der vielen schüchternen "Guys with record collections" flüchtet er sich in die aufreibende Melancholie seiner Songs. Mehr als einmal hat man dabei das Gefühl, Adam Duritz von den Counting Crows würde sich hier ausweinen. Aber wenn es um aufrechte Emotionen und feuchte Augen geht, ist man da ja nicht an der schlechtesten Adresse. When everybody loves you, you will never be lonely.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Protest singer
  • Guys with record collections
  • Letting a good one go

Tracklist

  1. Fingerprints and photographs
  2. Write my memory now
  3. Protest singer
  4. Guys with record collections
  5. If we meet today
  6. This box is empty
  7. Working in quiet
  8. Letting a good one go
  9. Confessional at 6 pm
  10. Lullaby for a snow-faced girl

Gesamtspielzeit: 34:22 min.

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