Eliza Doolittle - Eliza Doolittle

Eliza Doolittle- Eliza Doolittle

Parlophone / EMI
VÖ: 10.09.2010

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

So schön bunt hier

Es heißt, der britische Damenpop rund um die Granden wie Lily Allen, Kate Nash, Amy Winehouse und Duffy hat stagniert. Und zwar seitdem sich die Damen überlegt haben, öfter in den Klatschblättern dieser Welt als auf den Bühnen stattzufinden. Der musikalische Output mag zwar nicht gerade schlecht gewesen sein, kreiste aber irgendwie auch immer um sich selbst. Da macht es einem das vermeintliche next big thing Eliza Doolittle nicht gerade leicht, wenn einem beim Hören ihres Debütalbums gleich eben diese Referenzen durch den Kopf schießen und auch bis zum Schluss nicht wieder loslassen wollen. Um es vorweg zu sagen: Doolittle ist genau das, was man unter Pop aus Großbritannien aktuell zu verstehen hat. No alarms and no surprises.

Und so macht es sich die 22-jährige Eliza Sophie Caird in eben jenem Bett gemütlich, das die Großen Vier in den letzten Jahren mühevoll bezogen haben. Da gibt es mit "Moneybox" und "Rollerblades" fröhlich-naiven Sixties-Pop, zu dem Doolittle wahrscheinlich vor lauter Überschwang durch ihr farbenfrohes Zimmerchen hüpft und sich des Lebens freut. Die erste Single "Skinny genes" evoziert zunächst "These boots are made for walking", fällt aber umgehend in einen unschuldig pfeifenden Soul-Pop mit charmantem Hitpotenzial. Und alles ist natürlich immer so bunt und oberflächlich unbefleckt wie möglich. Anders als die manchmal herrlich ätzenden Nash und Allen bleibt Doolittle nämlich zumeist niedlich, freundlich und harmlos. Was mitunter auch sehr angenehm sein kann. Die wenigen kleinen Spitzen und sexuellen Anspielungen gehen etwas subtiler über die Bühne als bei den Kolleginnen.

Mit ihrer zweiten Single "Pack up", einer schmissigen Motown-Nummer, sowie "Missing" und dem kratzigen Barblues von "A smokey room" sind Doolittle aber doch drei wunderbare Songs fernab von jenem quietschebunten Kleinmädchen-Unschuldspop gelungen, der diese Platte prägt. "I don't care what the people may say about me" ist das Credo. Egal ob vorgeschoben oder wirklich so gemeint, die Einstellung ist eine gute. Sie hat schließlich auch aus Lily Allen und Kate Nash bereits Stars gemacht. Ob das auch bei Doolittle klappt ist allerdings fraglich. Denn die Hits der Britin sind zwar nett und geschmeidig genug, um sie mal nebenbei laufen zu lassen und mit einem breiten Grinsen den Abwasch zu machen. Eine große Pop-Platte mit längerem Haltbarkeitsdatum als ein handelsüblicher Joghurt klingt hingegen anders. Jetzt kreist eben eine mehr um sich selbst.

(Kai Wehmeier)

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Highlights

  • Missing
  • A smokey room
  • Pack up

Tracklist

  1. Moneybox
  2. Rollerblades
  3. Go home
  4. Skinny genes
  5. Mr. medicine
  6. Missing
  7. Back to front
  8. A smokey room
  9. So high
  10. Nobody
  11. Pack up
  12. Police car
  13. Empty hand

Gesamtspielzeit: 41:10 min.

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