Serj Tankian - Imperfect harmonies

Serj Tankian- Imperfect harmonies

Reprise / Warner
VÖ: 17.09.2010

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Der große Houdini

Die Schublade gilt gemeinhin als der größte Feind eines Künstlers. Die Zahl der Interviews, in denen sich Musiker mit Klauen und Zähnen gegen jedwede Einordnung sträuben, ist Legion. Serj Tankian hingegen ficht das alles nicht an. Im Gegenteil, diktiert er Journalisten doch in den Block, bei seinem zweiten Soloalbum handele es sich um "Electro-Orchestral-Jazz-Rock". Aha.

Was sich vordergründig nach Promotion-Praktikant auf Ecstasy anhört, ist allerdings tatsächlich Zeichen dafür, dass für Tankian nicht erst seit der großartigen "Elect the dead symphony" Stilgrenzen nur dafür da sind, eingerissen zu werden. Auch die zunächst undurchdringliche Soundwand in den ersten Sekunden von "Disowned Inc." wird umgehend seziert, um dahinter feinsinnige Strukturen erscheinen zu lassen: Die Fülle einer 25 Mann starken Orchestersektion, filigrane Elektronik-Spielchen, die sich erst nach diversen Durchläufen vollständig erschließen und darüber Tankians gewohnt kraftvoller Gesang.

Wo andere jedoch an der Stilfülle scheitern und die Kompositionen überfrachten, wirkt Tankian zu jeder Zeit glaubwürdig. Ob nun "Deserving?" mit seinem überirdischen Refrain die Tanzflächen füllt oder aber "Electron" mit nervös-flirrendem Gitarrenriff über Drum'n'Bass-Rhythmen hechelt, Tankian hat sich und seine Kompositionen jederzeit im Griff - insbesondere durch den klugen Schachzug, das ergreifende, von "Elect the dead symphony" bereits bekannte "Gate 21" und das zu Tränen rührende, auf armenisch gesungene "Yes, it's genocide" zentral zu positionieren.

Schlicht überragend hingegen ist die Single "Left of center", bei dem die getragen-hypnotischen Strophen von einem wie zu alten Zeiten geradeaus rockenden Refrain begleitet werden. Und wenn Tankian beim abschließenden "Wings of summer" mit nur vermeintlich unpassend-extrovertiertem Gesang die feinen Bläserlinien zerstückelt, sind System Of A Down so weit weg wie nie. Die Reunion-Wünsche werden zwar nie verstummen, aber die Ketten des Bandgefüges sind ein für allemal gesprengt.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Deserving?
  • Gate 21
  • Yes, it's genocide
  • Left of center

Tracklist

  1. Disowned inc.
  2. Borders are...
  3. Deserving?
  4. Beatus
  5. Reconstructive demonstration
  6. Electron
  7. Gate 21
  8. Yes, it's genocide
  9. Peace be revenged
  10. Left of center
  11. Wings of summer

Gesamtspielzeit: 44:09 min.

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User Beitrag
Pharmc962
2013-02-22 08:21:27 Uhr
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Pharmd105
2013-02-22 08:21:17 Uhr
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DDevil
2010-10-03 23:00:01 Uhr
Nachtrag: F*cking
DDevil
2010-10-03 22:58:24 Uhr
@ Daniel W. Jo, kommt meiner Einschätzung nach Ende 2010/Frühling 2011. "F*cking" und "Talkin' Shit" sind die einzigen bisher bekannten Songs daraus, ersterer lässt sich frei herunterladen, sofern man bei Facebook o. Twitter angemeldet ist. Mithilfe kleiner Tricks sollte das aber auch zu umgehen sein.
^_^ ?
2010-10-03 11:08:59 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=3DR4WV8Mtp8
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