Bad Religion - The dissent of man

Bad Religion- The dissent of man

Epitaph / SPV
VÖ: 24.09.2010

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

De profundis

Dass antike Philosophen so ausdauernd über die Vergänglichkeit allen Irdischen Daseins diskutierten, hat einen einfachen Grund: Sie kannten Bad Religion noch nicht. Seit 30 Jahren steht die Punkrock-Institution mittlerweile auf der Bühne, ein Ende ist nicht in Sicht. Obwohl allesamt stramm auf die 50 zugehend, kämpfen Greg Graffin und Konsorten immer noch unermüdlich und knüppelhart gegen das Übel in der Welt an. Und das mit bemerkenswerter Konstanz: Wo andere Rock-Dinos wie die Rolling Stones und Metallica in der letzten Dekade etwa eineinhalb Alben mit neuem Material zwischen ihre Welttourneen und die Termine beim Physiotherapeuten schieben konnten, strömen den Amerikanern die Songs nur so aus der Feder. "The dissent of man" ist das 15. Studioalbum der Urgesteine, die seit 1988 nie mehr als drei Jahre zwischen Neuveröffentlichungen verstreichen ließen.

Der Einstieg in die Jubiläumsscheibe ist dann auch gleich mal so, wie er sein sollte. "The day the earth stalled" teilt in eineinhalb Minuten kräftig aus und muss sich vor früheren Highspeed-Großtaten wie "Supersonic" nicht verstecken. Das folgende "Only rain" nimmt den Fuß kaum vom Gas, und "The resist stance" darf gar als erhebendste Bad-Religion-Hymne seit "Sorrow" verbucht werden. Diese Hochkaräter wecken berechtigte Hoffnungen auf das vierte Kracheralbum in Folge. Doch offenbar war Brett Gurewitz' Ankündigung, diesmal verstärkt von der patentierten Bad-Religion-Formel abweichen zu wollen, ernst gemeint. Bei solchen Aussagen schluckt jeder hartgesottene Fan mit gutem Grund. Denn genau die Rückbesinnung auf alte Stärken war es, die "The process of belief" und zuletzt "New maps of hell" so groß machte.

In den weiteren Verlauf von "The dissent of man" schummeln sich aber einige seltsam nichtssagende Beiträge hinein. "Won't somebody" etwa wagt sich in gedrosseltes Classic-Rock-Terrain vor und bleibt trotz netter Melodie etwas zahnlos. Und mit "Pride and the pallor" und "Cyanide" tischen die Veteranen später noch poppige Schunkelnummern auf, die man gut und gerne belanglos nennen kann. Bei "Turn your back on me" muss man das sogar – einen derart unausgegorenen Song hatten Bad Religion zuletzt vor zwölf Jahren auf "No substance" zu bieten. "Won't somebody tell me what the hell went wrong? / We started out so strong", bringt Graffin dort die Problematik selbst auf den Punkt.

Glücklicherweise haben die alten Haudegen aber noch genügend hochwertiges Material in petto, das die Ausfälle zum Großteil kaschieren kann. Ein loderndes Statement wie "Meeting of the minds" etwa bringt niemand so gut zustande wie Bad Religion. Spätestens das mitreissende "Avalon" und der großartige Ohrwurm "Ad hominem" rufen dem möglicherweise zweifelnden Jünger dann wieder eindrucksvoll in Erinnerung, warum diese Band immer noch relevant ist. Auch wenn sie zum ersten Mal seit zehn Jahren ein leicht schlingerndes Album abgeliefert hat. Dass niemand perfekt ist, wussten schließlich schon die antiken Philosophen.

(Mark Read)

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Highlights

  • The day the earth stalled
  • The resist stance
  • Ad hominem

Tracklist

  1. The day the earth stalled
  2. Only rain
  3. The resist stance
  4. Won't somebody
  5. The devil in stitches
  6. Pride and the pallor
  7. Wrong way kids
  8. Meeting of the minds
  9. Someone to believe
  10. Avalon
  11. Cyanide
  12. Turn your back on me
  13. Ad hominem
  14. Where the fun is
  15. I won't say anything

Gesamtspielzeit: 43:07 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
churro
2010-11-23 14:27:18 Uhr
@ heulender vogel: mach ne mücke, du nervst rum.
@ cc: ich habe mir wehere the fun is grade nochmal angehört: es klingt ja ganz nett, aber eben auch nach empire struikes first. das ist bei so so vielen liedern dieser platte so, dass sie älteren liedern wirklich zum verwechseln ähnlich sind. das geht einfach gar nicht. dann höre ich mir nämlich lieber die lieder an, denen sie nachempfunden sind.
Heulender Vogel
2010-11-22 16:11:52 Uhr
girls haben die beste EP des jahres rausgebracht!
OD
2010-11-22 16:08:17 Uhr
Heulender Vogel 22.11.2010 - 14:29 Uhr
schon einmal in erwägung gezogen, dass ich hier einfach nur eure meinung zum album runtermachen wollte?
bestimmt nicht du spasti :O

Das ist es ja eben: Immer dasselbe.

Du bist nicht nur sehr, sehr langweilig, du bist auch noch vulgär.

Miese Mischung das.
Heulender Vogel
2010-11-22 15:20:41 Uhr
grizzly bear
sufjan stevens
girls

8)


falsch, grizzly bear find ich jetzt nicht so spannend.
eric
2010-11-22 15:08:33 Uhr
Mag ich alle recht gern. Aber im Gegensatz zu Bad Religion schlafen mir da schon mal die Füße ein. :)
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