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Travie McCoy - Lazarus

Travie McCoy- Lazarus

Atlantic / Warner
VÖ: 17.09.2010

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Der Wurstpatron

Travie McCoy? Heißt der nicht Travis? Nee, seit er seinen Namen geändert hat, nicht mehr. Im Zuge dessen hat er offenbar auch seinen Zweitnamen auf dem Personalausweis entdeckt. Prompt kürte er "Lazarus" zum Albumtitel seiner ersten Solo-Platte. Somit zerschlagen sich die Vermutungen, der Gym-Class-Heroes-Frontmann a.D. beziehe sich auf die gleichnamige biblische Figur. Er wäre nicht der Erste und die Annahme auch gar nicht so falsch. Lazarus wurde von den Toten auferweckt und ist deshalb heute unter anderem noch Patron der Metzger (!) und Totengräber und Bettler. Es mag skurril erscheinen, aber das findet sich in Grundzügen in den zehn Tracks wieder.

"And I'm dyin' just tryin' to feel alive again", singt McCoy in "Critical". Et voilà, die Auferstehung funktioniert, denn er ist einen Song später bereits wieder zu hören. Gemeint ist damit aber auch sein Form-Hickhack nach der temporären Abkapselung von den Gym Class Heroes. In einem Moment überredet er Cee Lo Green beim aufputschenden Opener "Dr. Feelgood" mitzuwirken, in einem anderen nutzt er in "Superbad" Auto-Tune, um als Kanye-West-Kopie den Gitarrenunterbau von Wes Borland zu betreuen. In "Billionaire" sprechsingt McCoy auf Reggae-Beats durch seine Milliardärs-Phantastereien, und für einen kurzen Moment erweckt er den Eindruck, auch ohne Effekte auszukommen. Aber da sind die Songtotengräber bereits am Schaufeln, unnötigerweise auf den Schlusstrack "Don't pretend" und die Gast-Vokalisten bei "The manual".

Meist verhageln diese Kleinigkeiten manch guten Ansatz. Oder es ist eben dem Unterwürfnis der Eigenständigkeit für die erfolgreiche Sicherheitsvariante geschuldet, wenn Tracks wie "After midnight" recht detailliert den Produktionen David Guettas nacheifern. Ein reines Desaster hat McCoy mit "We'll be alright" fabriziert. Metzgerspatron Lazarus zerstückelt Supergrass' "Alright", quetscht Oooh-Ooohs mit in den Fleischwolf und erhält letztlich ein lustloses Konstrukt, das auch seine Ex Katy Perry kaum besser hinbekommen hätte. Nachdem er bereits mit den Gym Class Heroes bei Supertramp wilderte, erflehen die Bettler wenigstens einen Lichtblick am Sample-Horizont. Sie bekommen ihn: Ahmeds "Back in the days" lässt McCoy ähnlich wie einst Jay-Z für "Akidagain" von einem Kinderchor singen. Der Songzerfleischer sollte sich vielleicht des Dialogs an der Fleichtheke besinnen: Es darf eben gerne ein bisschen mehr sein.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Dr. Feelgood
  • Akidagain

Tracklist

  1. Dr. Feelgood (feat. Cee Lo Green)
  2. Superbad (11:34)
  3. Billionaire (feat. Bruno Mars)
  4. Need you
  5. Critical (feat. Tim William)
  6. Akidagain
  7. We'll be alright
  8. The Manual (feat. T-Pain and Young Cash)
  9. After midnight
  10. Don't pretend (feat. Colin Munroe)

Gesamtspielzeit: 35:18 min.

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